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Überangepasstheit

24.06.13

  15:51:00, von schnasti, 659 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Gesellschaft

Überangepasstheit

Die Überangepasstheit, oft vermittelt durch systembedingte, gesellschaftliche und mediale Verhaltensweisen, äußerst sich in einem starken Drang, gesellschaftliche und systembedingte Normen überaus sorgfältig befolgen zu müssen, ohne dabei die eigenen; und auch die Bedürfnisse von nahestehenden Personen, im Fokus zu behalten, was oft am Ende das genaue Gegenteil von der jeweiligen Erwartungshaltung bewirkt.

Ein weiterer Grund kann sein, dass betroffene Personen meinen, wenn sie nicht der Norm entsprechen, ausgegrenzt und verachtet werden und somit ein unabdingbares Streben nach Anerkennung durch übertriebene Bigotterie vollzogen wird.

Das Hauptaugenmerk liegt hier im Umgang mit dem Berufsalltag und zwischenmenschlichen Beziehungen sowie der Erziehung von Kindern.

- was muss ich tun, um sozial anerkannt und von meinem Partner bedingungslos geliebt zu werden?

- wie erziehe ich mein Kind ?artgerecht?, damit ich, die Betonung liegt hier oft ganz klar auf Ich, durch sein Verhalten nicht negativ auffalle oder sogar mein Nutzen daraus ziehe?

Das sind Fragen, die wir uns vielleicht nicht bewusst stellen, aber nach denen wir unbewusst Handeln, Erziehen und andere Bewerten, wobei durch jenes Bewerten von anderen bei jenen der Hang zur Überangepasstheit entstehen kann. Die Angst vor Ablehnung kann hier ein Auslöser sein.

Vermittelt werden uns viele Normen und Werte durch die Erziehung unserer Eltern und dessen sozialem Umfeld, sprich: unserer Familie. Oftmals jedoch, und das gerade im Erwachsenenalter, durch mediale Experten, die aus einem Grundkonzept systemrelevanter Strukturen ihre dann doch weniger kompetenten Antworten an die Bürger weiterreichen. Die Inkompetenz rührt davon, da sie selbst auf der Basis systemrelevanter Normen ausgebildet wurden und somit ihr eigenes Denken denen völlig untergeordnet haben. Ein Resultat daraus kann die besagte Überangepasstheit sein, welche sich in verschiedener Art und Weise niederschlagen kann. Das Problem dieser Haltung ist jedoch nicht die Überangepasstheit selbst, sondern der Druck und die Angst zu versagen, wenn ich nicht das erreiche oder entspreche, was andere, oft höher gestellte Personen, Freunde, Partner oder Chefs - von mir erwarten. Ich muss zeigen, dass ich es auch wert bin, akzeptiert und geliebt zu werden und tue dafür alles erdenkliche.

Doch genau diese Auffassung ist vor allem in zwischenmenschlichen und intimen Beziehung fatal, obwohl sie im Beruf nützlich sein kann, wobei auch hier die Gefahr besteht, ausgenutzt zu werden. Wirklich beziehungsreich sind solche Personen nicht, da die Angst und der Druck es dem Partner recht zu machen, unbewusst dem Partner vermittelt und dieser durch die übertriebene und gekünstelte Aufmerksamkeit in die Enge getrieben wird. Es fehlt sinngemäß einfach an Authentizität und einem Begegnen auf Augenhöhe. Ein Verstellen der Persönlichkeit führt, wenn es denn vom Partner bemerkt wird, zu Misstrauen und Unbehagen. Dazu werden dem Partner ebenfalls gewisse Rollen zugeschrieben, die er im wahrsten Sinne abzuarbeiten und zu leben hat, was wieder Einengung und am Ende der Verliebtheitsphase schlicht Trennung bedeutet, da kein wirkliches Vertrauen aufgebaut werden konnte. Viele über angepasste Menschen gehen sozusagen mit einem Hollywood-Drehbuch in eine Beziehung. Wenn dieses Drehbuch nicht passt und der Partner nicht nach diesem funktioniert, wird daraufhin gearbeitet, sodass es funktioniert, was Kontrolle und Manipulation voraussetzt, was ebenfalls keine Basis für eine vernünftige Beziehung darstellt, sondern eher Wut und Zorn hervorruft.

In der Erziehung eigener Kinder spiegelt sich das geringe Selbstwertgefühl vieler über angepasster Eltern so wieder, dass sie das Verhalten ihrer Kinder kontrollieren wollen, damit sie den Vorstellungen der Gesellschaft entsprechen und nicht negativ auffallen, da dieses negative Verhalten den Eltern als Versagen angelastet wird. Eine Überbehütung und das Streben nach Perfektion im Verhalten der Kinder macht aus diesen oft seelische Krüppel. Egomanen und Narzzisten werden aus solchen Konstellationen geboren, welche im Erwachsensein oft mit innerer Unzufriedenheit ihr Heil in Machtspielchen im Beruf, Beziehungen und auf anderen sozialen Ebenen suchen. Die einengende Überbehütung stülpte dem Kind sozusagen eine Art Schutzkäfig über, an denen alle negativen Einflüsse abprallten und somit eine Verarbeitung von Kritik im Erwachsenenalter kaum möglich ist. Durch das Fernhalten von negativen Einflüssen kommt es oft jedoch auch dazu, dass viele positive Einflüsse nicht erlebt worden und sich jene tiefe Unzufriedenheit manifestierte. Diese Unzufriedenheit bleibt beständig und wird ebenfalls durch Überangepasstheit kompensiert.

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