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Politische Manipulation: Wenn der Gegner zu stark wird

22.03.12

  17:19:00, von schnasti, 988 Wörter  
Kategorien: Politik, Vielleicht Unsinn

Politische Manipulation: Wenn der Gegner zu stark wird

Ist in der Bevölkerung durch äußere Einflüsse ein politischer Richtungswechsel gen links zu verzeichnen, so muss ein Gegenpol geschaffen werden, um diese Ideologie auszumerzen. Klingt verschwörungslastig, könnte aber durchaus politisch Intelligent sein, wobei die Geschichte zeigt, dass solche Praktiken sogar zu Lasten von Menschenleben vollzogen worden, siehe den Vortrag von dem Historiker Dr. Daniel Ganser: ?Die NATO und ihre Geheimarmeen? und dem Wikiartikel ?Gladio? (Wenn möglich vor dem Lesen bitte ansehen, beziehungsweise lesen!)

Grob geht es in dem Vortrag um die Etablierung von Geheimarmeen in westeuropäischen Ländern während der Zeit des Kalten Krieges, die von der NATO, der CIA und dem M16 organisiert wurden. Diese dienten dazu, im Falle einer Invasion der Roten Armee, diese durch Sabotage und Guerillataktiken zu schwächen. Dazu wurden mehrere Waffendepots in westeuropäischen Ländern angelegt. Zudem gibt es Beweise dafür, dass diese Geheimorganisationen terroristische Anschläge verübten, um diese später kommunistischen Vereinigungen unterzuschieben. Dadurch entstand in der Bevölkerung ebenfalls eine Abneigung gegen politisch linksgerichtete Parteien. Oftmals gingen die inszenierten Anschläge, die auch Todesopfer in der Zivilbevölkerung forderten, mit einem Aufleben linker Ideologien einher.

Da mir dieser Vortrag, der zwar äußerst spannend wie logisch erscheint, zu viel in der Verschwörungskiste kramt und stellenweise doch etwas sehr grotesk erscheint, mach ich dieses spannende Thema nicht an inszenierten Terrorismus, sondern an simplen, vielleicht teilweise inszenierten Geschehnissen fest.

Was erzeugen tägliche Nachrichten für Gedanken, in denen ständig die Rede von Wirtschaftskrise, steigenden Kosten und Weltuntergang ist? Dieser Gedanke musste nicht einmal gedacht werden, denn er tauchte ebenfalls breit in den Nachrichten auf und entfachte eine ebenso ausgiebige Debatte: ?Hatte die Linke doch Recht?? Doch auf die Dauer sollte so eine Schiene nicht gefahren werden. Gerade dann nicht, wenn die Auswirkungen einer Krise in der Gesellschaft ankommen ist. Deshalb erleben wir immer wieder, dass das Thema Euro-Krise erst ganz heiß, und mit einem Mal überhaupt nicht mehr gekocht wird. Wie vielleicht mitbekommen ist die Griechenland- und Euro-Krise nach dem letzten Rettungspaket im März 2012 komplett aus den Medien verschwunden.

Die Richtung solch einer Krise dürfte nämlich, wo Banken gerettet werden und die Lebenshaltungskosten immer mehr auf das Portmonee der Bürger drücken, ein klarer Linksruck sein: ?Die dort oben werden auf Kosten der Allgemeinheit vollgestopft und wir nagen immer mehr am Hungertuch? Hier ist es spätestens an der Zeit, eine Gegenmaßnahme zu starten, damit dieses Denken, welches leider zu oft politisch instrumentalisiert wird, nicht zu viel Zustimmung erhält. Hier glaube ich, kam das Buch von Thilo Sarrazin im Jahr 2010 und die darauf folgende Debatte wie gerufen. Alle Medien stürzten sich wie die Geier auf dieses Thema. Jeder redete, auch viele heute noch, über das Buch und dessen extra provokanten Thesen. Damit war dieses Buch ein Meisterwerk der Provokation und erreichte somit die Mehrheit der Bürger, selbst wenn es nur die wenigsten wirklich gelesen haben. Der Linksruck dürfte hiermit einen enormen Dämpfer erlitten haben.

In derselben Zeit wurde die vielleicht inszenierte Kampagne der schmarotzenden Hartz-IV-Empfänger enorm in die Hirne der Bevölkerung durch gewisse Dübel eingepflanzt. Außerdem war der größte prozentuale Anteil der hier in Deutschland lebenden Migranten abhängig vom Staat, so zumindest die Auslegung gewisser Medien. Genau diese Berichterstattung konnten wir vor kurzem erneut erleben, wo 20 Prozent junger befragter Muslime die Anpassung an Deutschland und dessen Werte ablehnen. Das Ganze soll nun nicht heißen, dass dies nicht der Wahrheit entspricht - nur sind Hartz-IV-Empfänger und Migranten Schuld an der finanziellen Lage von Griechenland, Spanien, Portugal und weiteren EU-Ländern? Nein, diesmal hat der Grieche über seine Verhältnisse gelebt. Es wäre natürlich auch unsinnig zu behaupten, dass ein Arno Dübel oder die Migranten Schuld an der Finanzkrise in Griechenland hätten.

Doch auch hier wurde eine Art Nationalstolz geschürt. Die Griechen wollen nur unser Geld und nichts dafür tun. Wir, die Deutschen, welche wirtschaftlich so verdammt super dastehen und sparen, müssen andere Faulpelze mit durchfüttern. Der vorbildliche Deutsche, der sich nach Strich und Faden an der Nase herumführen lässt, dürftehier wohl eher passen ;)

So, was kam dann. Ach ja, die anfänglich titulierten ?Döner-Morde?. Ein wunderbares Beispiel für die Trivialisierung und Relativierung von Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund. Ein paar Monate zuvor kam es in Berlin zu einer Serie von Brandanschlägen auf über hundert Autos. Hier wurde merkwürdigerweise sofort von einer feigen linksextremistischen Terror-Tat gesprochen und auch ausgiebig darüber debattiert. Später stellte sich jedoch heraus, dass der Täter vollkommen frei von irgendwelchen ideologisch politischen Irrsinn war, was natürlich wenig bis gar keine Beachtung in unserer Presse fand. Doch ein paar Monate später hatten wir dann endlich unsere linksextremistischen Terroranschläge. Diesmal nicht auf Autos, sondern auf die Bahn. Angeblich bekannten sich hier Linksextreme mit einem Bekennerschreiben zu der Tat. Bis heute ist jedoch kein Tatverdächtiger ermittelt wurden. Die ?Döner-Morde? wurden dann natürlich äußerst lebhaft debattiert. Nur sollte man bedenken, dass hier keiner diese Debatten unter den Tisch fallen lassen konnte. Nach dem Abebben der Diskussionen kam wieder einmal die politische Frage über ein Verbot der NPD auf. Heute spricht darüber keiner mehr, sondern durch gewisse Gaukler eher über ein Verbot der Linkspartei.

Zurzeit sind ebenfalls noch andere nennenswerte Ereignisse zu beobachten, die in das Schema der ?Gladio? passen. So ist der Wahlkampf in Frankreich äußerst interessant, da vor geraumer Zeit die sozialistische Partei Parti Socialiste mit ihrem Präsidentschaftskandidaten François Hollande angeblich vor Nicolas Sarkozy und seiner UMP lagen. Das Blatt wendete sich dann plötzlich wie von Geisterhand, als eben die Krisennachrichten wie oben erwähnt im März 2012 nach dem sicherlich noch nicht letzten Rettungspaket für Griechenland aus der Presse verschwanden. (Quelle - Datum beachten!) Wenn wir uns jetzt noch die vor fünf Tagen aufgetauchte Meldung über Nicolas Sarkozy und seinem sogenannten Rechtsruck und das jetzige Ereignis in Toulouse ansehen, könnte man wieder eine Verbindung aufbauen, wobei das meiner Meinung schon sehr in eine Verschwörungstheorie mündet, da überhaupt keine Beweise dafür existieren. Außerdem könnte dieses Ereignis auch Marine Le Pen und ihrer Front National zugute kommen.

Auf was ich jetzt jedoch gespannt bin, ist die Beendigung der französischen Präsidentschaftswahl im April/Mai 2012. Mal sehen, ob danach die Nachrichten über die Euro-Krise wieder vermehrt auftauchen.

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