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Meißen: Hohe emotionale (Ver)-Stimmung beim Hochwasser Juni 2013

06.06.13

  17:18:00, von schnasti, 594 Wörter  
Kategorien: Satire

Meißen: Hohe emotionale (Ver)-Stimmung beim Hochwasser Juni 2013

Was macht der Großteil der Bevölkerung bei einem Hochwasser wie das im Monat Juni 2013? Party ohne Ende! Endlich fällt die Schule aus und Kinder können Kinder sein. Endlich sind die Straßen leer und es gibt genug Platz zum Fußball spielen. Endlich dröhnen nicht täglich hunderttausend, laute PKW und LKW durch die Straßen! Endlich hat Mama und Papa mal die Zeit, über sich und ihr trostloses Leben nachzudenken. Aber wie veranlasst; Nachdenken und Reflektieren des Daseins ist verpönt, man gibt sich lieber am Straßenrand bei Grill, Hochwasser und Hochwasserterrorismus die Kante und grölt lustige Lieder durch die Gegend.

Ja, so ausgelassen war die Stimmung auf Sachsens Straßen lange nicht mehr. Das Volk hat endlich mal wieder ein Ziel vor Augen! Das Ziel heißt Party und Bespaßung am Elbufer! Aber Warum? Weil der Alltag beiseite geschoben wird und dieses Ereignis Balsam für die Seele bedeutet. Und: es ist kostenlos und jede Schicht hat Zutritt! Die Menschen rücken somit zusammen; weinen, lachen, singen und tanzen. Obwohl man dazu sagen muss: Hier in Meißen (Sachsen) wohnt das Prekariat im Tal und säuft natürlich als erstes ab. Die gutbürgerlichen sind auch nicht so doof und bauen ihre Häuser direkt an die Elbe. Aber so kann man sich dann wieder als Samariter vor die Kamera stellen und mit einem feuchtem Auge die arme Unterschicht bemitleiden und womöglich noch ein paar Euros spenden oder eine verarmte Familie bei sich aufnehmen.

Nein, es wird geholfen und das aus jeder Schicht! Doch wenn bei Twitter oder Facebook Bilder von körperlich Behinderten und kleinen Kindern auftauchen, die Sandsäcke füllen, dann ist das Land außer Rand und Band. Wir brauchen natürlich körperlich eingeschränkte Personen beim Sandsäcke füllen. Wir haben noch nicht genug Leute, die sich durch das Phänomen der inszenierten Hilfsbereitschaft durch die Medien kostenlos zur Verfügung stellen. Aber Arbeit macht frei! Wir müssen für unser Land und Volk alles tun, damit wir nicht unter gehen! Die Leute merken gar nicht, wie sie hier getrimmt und manipuliert werden. Es ist genau jene Haltung, die dann auch nach dem Hochwasser wieder angenommen werden soll, um das arme Deutschland vor dem wirtschaftlichen Ruin zu retten.

Dann ist es natürlich auch wieder vorbei mit der Hilfsbereitschaft. Dann, wenn der kleine Mann wieder im Jobcenter herunter geputzt und ausgelacht wird. Dann, wenn er für einen Apfel und ein Ei sich die Bandscheiben bei einer Leihfirma aus dem Kreuz leiert, um dann dennoch betteln gehen muss aufs Amt, weil der Lohn nicht reicht. Hier hilft ihm keiner mehr. Wo er vor kurzem noch umsonst Sandsäcke gefüllt hat und kostenlos verpflegt wurde - und dachte, dass die Menschen doch nicht so scheiße sind wie gedacht, wird er hier wieder eines besseren belehrt. Dann hat der gutbürgerliche auch kein Verständnis mehr. Dann ist er derjenige, der nur besser hätte aufpassen müssen in der Schule. Warum wundert der sich denn? Häuser bauen und ausstatten kann nun mal nicht so gut bezahlt werden! Ich wohne und lebe, ja ich existiere zwar tagtäglich in Gebäuden die jene Menschen gebaut haben, aber das ist ja keine Grund dafür, dass diese Menschen richtig leben dürfen. Es muss doch auch niemand verhungern hier in Deutschland!

Und die Gaffer erst, die keinen Handschlag tun! Warum gucken die denn, haben die nichts besseres zu tun? Warum sollen sie aber nicht gucken dürfen? Naturgewalten und Naturaktstrophen sind eben ein Event für jedermann. Aber wie sagt Diplom-Psycho-Gynäkologe Wolfgang Thil bei Bild so schön: Sie suchen nur den Kick des Gefährlichen, ohne das sie selbst dabei in Gefahr geraten. Der Spruch sitzt: Gehe ich doch so gern schwimmen, ohne dabei ins Wasser zu gehen!

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