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Meine Arbeit ist mein Hobby und mein Leben

27.07.11

  16:56:00, von schnasti, 494 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Satire, Gesellschaft

Meine Arbeit ist mein Hobby und mein Leben

Ist das eigentlich heutzutage Inn, wenn man sein Leben gegen das Büro oder die Baustelle eintauscht? Es gibt sie sicherlich, die Fanatiker, die mit Familie und sinnvollen Dingen im Leben nichts anzufangen wissen, aber der Großteil dürfte doch gezwungen sein, so ein stumpfsinniges Dasein zu führen.

Das darf man jetzt falsch verstehen, aber ich meine hier keinesfalls einen Arbeitsplatz, wo das Arbeitsklima stimmt und ein fairer Lohn gezahlt wird. Es sind die Jobs gemeint, die täglich Überstunden erfordern, oder der Arbeitnehmer ständig in der Weltgeschichte herumreist. Wenn man ihn jedoch fragt, wo er sich gerade auf der Weltkarte befindet, er die Antwort darauf nicht weiß, weil das Köpfchen durch Stress und Überarbeitung schon lange nicht mehr richtig funktioniert.

Aber die Druckmittel sind auch enorm. Tanzt der überaus unmündige Bürger nicht nach der Pfeife der vorgefertigten Gesellschaft, wird es schwierig. Außerdem steht die Ernährung der nicht vorhanden Familie an erster Stelle. Also eine Familie ist schon vorhanden, aber nur auf dem Papier und in Form eines Kindes oder auch zwei. Denn jedes mal wenn Papa nach Hause kommt, sagt dieser ?Na, ihr seid aber groß geworden?. Bei seiner Frau muss er dreimal hinschauen, ob es denn noch die selbe ist als damals zur Hochzeit, da diese durch zu viel Alkohol und Kippen ziemlich merkwürdig aussieht.

Es ist schon erstaunlich, wenn man anderen so zuhört und wie diese über ihre Arbeit schimpfen. Das hat keinesfalls etwas mit der Tätigkeit an sich zu tun, sondern mit dem ganzen drumherum. Die Arbeitsbedingungen sind einfach unter aller Sau. Es geht schon los, wenn man irgendwelche Termine hat, diese aber nicht einhalten kann, weil plötzlich Überstunden anfallen oder der Arbeitnehmer auf Montage ist. Zahnarzttermine werden dann zur Seltenheit. Dann der Stress, welcher durch zu wenig Personal entsteht. Sklave hier, Sklave da, und am besten noch in der anderen Filiale oder Baustelle dort. Das Ganze wahrscheinlich noch zu einem Lohn, welcher am Monatsende eine Null auf dem Kontoauszug anzeigen lässt und die ganze Kohle für teuren Sprit, Fressen und gierige Versicherungsspekulanten drauf gegangen ist. Vergessen wir nicht die Energieversorger, denen schon lange auf die Finger gehauen gehört.

Doch manchmal ist es auch die Dummheit der Kollegen selbst, die das Arbeitsklima enorm in den Keller sinken lassen. Wie geht denn dies und jenes? Wie bediene ich eine Kaffeemaschine? Wo ist oben und unten? Das waren jetzt die Fragen eines Vorgesetzten, nicht die eines normalen Angestellten, deren IQ oftmals höher erscheint. Was eigentlich auch von Nöten ist, da der Vorgesetzte nur im Auftrag des Chefs von einem Zettel ablesen muss und die kleinen Angestellten die schwierige Arbeit erledigen müssen. Doch das Allerschlimmste sind monotone Tätigkeiten. Täglich die selbe Arbeit bringt einen doch um den Verstand. Keine Abwechslung im Beruf und das stupide Ausführen von Tätigkeiten führen doch automatisch zur Schwächung des Geistes. Dieses merkt man spätestens daran, wenn der Abends Heimkommende seinem Partner täglich von seiner Arbeit erzählt und von nichts anderem mehr redet, weil eben nichts anderes mehr in seinem Leben passiert.

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