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Kritiklos durch Zeit und Raum: Der Faschismus der Neuzeit

04.07.12

  15:23:00, von schnasti, 487 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Gesellschaft

Kritiklos durch Zeit und Raum: Der Faschismus der Neuzeit

Ich kann es nicht mehr lesen und hören. Überall werden vorgegebene, in Kauderwelsch geschriebene, unverständliche ?Richtlinien? als unabdingbares Muss gehuldigt. Selbst wenn Konzerne und Staaten den Bürgern sagen würden, dass alle Menschen ab morgen wegen irgendwelchen hirnlosen Gründen auf Händen zu laufen haben, würde dies ohne zu Hinterfragen so geschehen. Diejenigen die weiterhin auf beiden Füßen gehen würden, wären plötzlich merkwürdig anmutende Gestalten, die es zu beseitigen, oder zur Vernunft zu bringen gilt.

Die totalitäre Triebfeder

Jede Zeit hat ihre eigene faschistische Triebfeder. Diese resultiert ganz einfach daraus, dass das Dasein in dieser Zeit unabdingbare Forderungen stellt. Unabdingbare ?Richtlinien?, wie das Dasein auszusehen hat, sind nichts weiter als Ketten, die sich durch den zwingenden Erhalt dieser großen Blase immer weiter zuschnüren. Durch diesen Zwang entsteht totalitäres Gedankengut, was unabdingbar erscheint, weil es für das Wohl aller verantwortlich ist. Wer dieses Gedankengut auf irgendeiner Art und Weise kritisiert, der ist mit stereotypischen Hülsen zu umgeben, damit der unkritische Geist der Masse weiterhin tief schlummern kann.

Der deutsche Dauernörgel

Jeder kennt das Sprichwort: ?Die Deutschen sind nur am Nörgeln?. Dabei stellt sich mir jedoch die Frage, wo denn dieses Sprichwort zutrifft? Wo nörgeln die Deutschen denn? Ja, vielleicht am Supermarkt an der Kasse, weil dort nur eine unter Dauerstress stehende Kassiererin 50 Kunden bedienen muss und sich eine lange Schlange gebildet hat. Aber selbst dort fast niemand den Mut irgendetwas zu sagen. Der Deutsche nörgelt nicht, er frisst alles in sich hinein! Es gibt keine Masse an Deutschen die nörgelt. Sie würden es gern, und das zu recht, aber es wurde ihn ausgetrieben. Der Nörgler ist ein unzufriedener, sich nicht anpassender Schwarzmaler, den es zu stigmatisieren und zu vertreiben gilt. Sagt nämlich jemand in der langen Schlange im Supermarkt etwas, dann kann er sich von den Sittenwächtern aber etwas anhören. Sollte es ein Kind oder ein alter Mann sein, dann kommt der Spruch: ?Ihr habt doch den ganzen Tag Zeit!?. Ein Mann mit einem Bier im Einkaufswagen kann gleich einpacken: ?Du wirst schon noch zu deinem Hartz-IV-Bier kommen!? - ja, alles schon genauso erlebt!

Aus Kritikern werden Nörgler

Die durch unsere Medien mit Lobeshymnen überbelastete, zum seichten Individuum verkommene Masse ist sich jedoch sicher: Wer ständig ?nörgelt? ist mit sich und seiner Umwelt unzufrieden. Ein ständiges Anprangern von Missständen geht somit ganz schnell in einen nörgelnden Nörgler über, außer es dreht sich um Kinderschänder und brutale Mörder und deren milde Strafen, wobei das ständige anpreisen von stereotypischen Alltags-Lethargien nicht verwerflich erscheint, da es nun mal so ist und wir eh nichts daran ändern können. Ob sich das die Masse damals unter Stalin und Hitler auch gedacht haben? Aber ja! Da die Angst vor dem Tod, oder vor der Strafe des totalitärem Staates, genauso immens war, wie heutzutage die Angst vor der sozialen und gesellschaftlichen Ausgrenzung. Somit sind die Kritiker diejenigen, die es zu denunzieren gilt, da das Kritiküben, sei es im Beruf oder sonst wo, genau zu dieser Ausgrenzung führen würde.

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