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Kritik: Will Die Arche vom Leid der Kinder profitieren?

10.06.13

  11:04:00, von schnasti, 1099 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Gesellschaft

Kritik: Will Die Arche vom Leid der Kinder profitieren?

Zählt nur der gute Wille, Kinder von der Straße zu holen und zu resozialisieren - oder geht es auch um mehr in Die Arche ? Christliches Kinder- und Jugendwerk e. V. ? Keine Frage, das Projekt ist ein großer Erfolg und bietet vielen Kindern einen Zufluchtsort aus schwierigen Familienverhältnissen, aber die Konsequenz aus der Haltung des Gründers und vielen Mitarbeitern zeigt auch ein negatives Bild auf.

Jenes Bild ist der Umgang mit den Problemen vieler Kinder, die nach eigenen Erfahrungen gar nicht angegangen werden wollen, sondern eher genutzt werden, um ein bestimmtes Bild zu vermitteln. So scheint, dass der religiöse Hintergrund in den Vordergrund gerät und eine Abhängigkeit zwischen Der Arche und den sozial schwachen Kindern entstehen soll. Diese Abhängigkeit entsteht dadurch, dass die Probleme in der Familie weiter bestehen bleiben, damit das misshandelte Kind, auf welche Art und Weise dies passierte sei dahingestellt, den Zufluchtsort immer wieder aufsucht. Die wirklichen Probleme bauen aber eben genau auf dem Problem Familie auf und werden dadurch nicht beseitigt. Gerade hieraus entwickelt sich der Verdacht, dass es um eine Missionierung geht. Die Grundlage, ein liebevolles und vernünftiges Familienverhältnis für das Kind zu schaffen, soll nur in den Archen herrschen, aber nicht zu hause. Wäre dies so ? und würde man dagegen angehen - hätten die Kinder womöglich auch nicht unbedingt den Drang, jene Einrichtungen ständig aufzusuchen. Warum nutzt die Arche ihre vielen Spenden nicht für Familientherapien?

Und trotzdem fühlen sich die Kinder in den Einrichtungen der Arche wohl. Hier erhalten sie das, was sie zu hause womöglich vermissen. Anerkennung, Respekt, Mittags eine warme Mahlzeit, ein liebevoller Umgang und Freizeitangebote, die ihre Eltern in dem Umfang durch finanzielle Einschränkungen nicht bieten können. Aber auch hier könnte man meinen, dass eine Entfremdung von den Kindern zu den Eltern stattfinden soll, um das Schaf so zu zähmen, wie es sich für die passende Religion oder Ideologie, welche spielt dabei gar keine Rolle, ziemt. Dazu fällt mir hier die personelle Besetzung in den Archen ein, die einem ständigen Wechsel unterzogen ist und gerade Kinder aus sozial schwachen Familien weitere traumatische Ereignisse einimpft. Hier spielt die große Verlustangst von Bezugspersonen eine große Rolle. Wenn Praktikanten den Job von Betreuern einnehmen, jene Betreuer sich als Bezugsperson bei den Kindern etablieren, so ist das beim Wegfall der Bezugsperson, was sehr oft in den Archen passiert, keine Grundlage für eine kindgerechte Erziehung. Das müsste der Gründer der Arche Bernd Siggelkow eigentlich wissen, da ihm seine Mutter mit sechs Jahren verließ; das zumindest gab er emotional aufbereitet bei Markus Lanz bekannt. Hier wird dem Kind eine ständige Verlustangst eingebläut, welche nicht wirklich förderlich für die freie Entwicklung von Geist und Körper des Kindes ist. Ist das Kind von zu hause durch Beziehungsprobleme der Eltern schon darauf geprägt, so werden die Probleme noch verschlimmert.

Hier könnte man auch wieder meinen, dass jene Angsthaltung der Kinder ausgenutzt werden soll. Die Kinder sollen sich nicht einem realen, normalen Erwachsenen anvertrauen, sondern dem jeweiligen Gott oder einer Obrigkeit, der sie führt und lenkt. Der Praktikant, der eine liebevolle Bindung aufgebaut hat, soll nicht derjenige sein, der die Führung übernimmt oder womöglich Probleme löst. Daher sollen es auch nicht die Eltern sein, sondern Gott und seine Werte und Weisheiten. Das jene Werte und Weisheiten, welche nicht schlecht sein müssen, aber oftmals so angepasst werden, dass sie der Führung der Mächtigen über die Massen dienen, verkennen viele dabei. Die Eltern aus jenen Kreisen wird es auch egal sein. Diese wissen oftmals gar nicht, was für eine Aufgabe die Arche übernimmt und das, wenn ihr Kind die Arche aufsucht, dieses oftmals Probleme mit Mama oder Papa hat. Die Arche vermittelt es den Eltern auch nicht, aber warum nicht? Die Eltern geben hier noch gern die Verantwortung an jene Einrichtungen weiter, was wiederum ein Freifahrtschein für Demagogie sein kann.

Ein weiteres Problem erscheint mir hier, dass diese Kinder selbst die Rolle der Eltern verkennen und später in der Rolle eines Elternteils selbst glauben, die Verantwortung abgeben zu müssen. Dienlich scheint das Ganze schon und zwar der Religion und der darauf aufbauenden, systembedingten Ideologie. Frau Merkel lobt zum Beispiel den Gründer Der Arche, obwohl ihre und die damalige Politik jenes Phänomen, die Armut, weiter vorantreiben und jener Gründer nun davon profitiert. Vielleicht geben sich beide auch die Hand? Hole mir bitte jene Kinder von der Straße, welche mir irgendwann einmal gefährlich werden könnten. Denn um so weiter die Armut voranschreitet und um sich greift, desto mehr Angst macht sich breit. Aus dieser Angst wird Wut, die sich dann wiederum gegen den Verursacher richten könnte.

Das schon sehr merkwürdige daran ist außerdem, dass gerade der Gründer der Arche angeblich ein Freund vieler Medienanstalten ist, nicht zuletzt ein Freund von Chefredakteur der Bild Kai Diekmann, der auch der Kanzlerin Angela Merkel sehr nahe steht. Hier schleicht sich wieder etwas ein, was vielen sauer aufstoßen könnte. Da die Arche hundertprozentig aus Spenden finanziert wird, wird die Arche und ihre Spendenbedürftigkeit gezielt in den Medien platziert, damit viele Spenden für dieses Hilfswerk wie Honig fließen und somit jedem Kind ?geholfen? und ruhig gestellt werden kann. Die Frage stellt sich nun, wer spendet den Großteil und wer rührt die Werbetrommel, damit alles glatt läuft?

Hier in Meißen finanzierte die Fast-Food-Kette McDonalds den Bau der Arche und das natürlich äußerst nah an deren Filiale. Unilever, ein niederländisch-britischer Großkonzern für Verbrauchsgüter unterstütze das Projekt. Auch die Deutsche Bahn und die Privatbank HSBC Trinkaus gehören zu den Unterstützern. Ein T-Shirt mit dem Aufdruck: Spendet für die Arche trägt beispielsweise auch Verona Pooth, welche auch Werbung für den Textildiscounter Kik machte, der wiederum in die Kritik geraten ist durch seine Methoden der Herstellung seiner Waren in Indien und dem Umgang mit seinen Mitarbeitern hier in Deutschland. Nun, es sind jene Verflechtungen aus Politik, Medien und Wirtschaft, die hier diesen Zufluchtsort für Kinder errichten, obwohl sie es sind, die deren Leid erst entstehen lassen, wodurch jener Zufluchtsort erst benötigt wird. Man könnte es grob Heuchelei nennen.

Es ist am Ende natürlich noch zu betonen, dass den Kinder schon geholfen ist mit dem Projekt, solange das Elternhaus aus den Fugen geraten ist. Es wird auch wirklich viel für die Kinder getan und durch ehrenamtliche Helfer auf die Beine gestellt. Das Problem ist nur, dass die Erziehung sich ebenfalls nicht auf die Bedürfnisse der Kinder ausrichtet, sondern ein ideologischer Aspekt dahinter steht, der zwar die wahren Probleme kennt, aber sie nicht bekämpft, da sie nützlich sind für die Vermittlung der besagten Ideologie. Würden hier nämlich die Familien mit einbezogen und die Probleme angesprochen, das Problem vielleicht sogar dadurch beseitigt, wäre das Kind nicht mehr anfällig und lenkungsfähig. Ein stabil-familiäres Umfeld schafft stabile Kinder, welche keine Übermutter brauchen.

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