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Klick auf Gefällt-mir-Button - Der Kuss des Internets

26.03.12

  18:25:00, von schnasti, 358 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Satire, Gesellschaft, Facebook

Klick auf Gefällt-mir-Button - Der Kuss des Internets

Heutzutage ist es nicht schlimm, wenn Mensch keine realen Freunde mehr hat. Ganz simpel und ohne viel Aufwand sind diese mit ein paar Klicks im Internet zusammengestellt. Es ist auch vollkommen egal wie diese aussehen, welche Charaktereigenschaften diese besitzen und wie alt sie sind. Die Hauptsache ist, sie erfüllen ihren Zweck.

Dieser Zweck heißt Kommunikation, Unterhaltung und ganz wichtig: das eigene Ego aufpolieren, in dem man die Aufmerksamkeit mit oft trivialem Blödsinn auf sich lenkt und Bestätigung erwartet. So wie ein Kuss eine Bestätigung zum: ?Ich mag Dich? sein kann, so ist der ?Like-Button? in Facebook, wenn er denn von anderen betätigt wird, eine Bestätigung des Egos und erzielt damit im Enddefekt den selben Zweck.

Aber die Realität ist oft grausam und gemein. Facebook hingegen immer lieb und nett. Passt mir der virtuelle Freund nicht, weil er mir an das Bein gepinkelt hat oder nicht meinen Anforderungen entspricht, wird er kurzerhand ausgeschlossen, ohne das ich auch nur ein Wort mit ihm wechseln muss. Ich kann mit einem Klick einen virtuellen User aus meinen virtuellen Gedanken kicken. Endlich kann ich das tun, was mir im Alltag verwehrt wird. Es bleiben nur die übrig, die meine Ansichten teilen und mir viele Küsse zuwerfen. Einen ?Gefällt-mir-nicht-Button? gibt es ebenfalls nicht. Facebook ist eine Welt, wie sie mir gefällt. Ich kann mein Ego dermaßen aufpolieren, sodass ich mich gar nicht mehr so mies fühle, wenn mein Chef mich am nächsten Morgen wieder von oben herab behandelt, als wäre ich geistig auf dem Stand eines fünfjährigen hängengeblieben.

Und genau das ist mit der große Erfolg von Facebook. Jeder kann sich dort feiern und küssen lassen, da es für jedes idiotische Palaver einige Abnehmer gibt. Wer meine Meinung teilt, klickt auf ?Gefällt mir?, wer nicht, hält seinen Mund. Man hält schon deshalb seinen Mund, damit der virtuelle Schwanzvergleich, also die Anzahl der Freunde, nicht durch einen Rauswurf aus der Freundesliste des anderen ins negative gezogen wird. Des weiteren geht es ja nicht um die anderen, sondern nur um mich. Mir doch egal was der dort erzählt. Die Hauptsache ist doch, ich bekomme meine Bestätigung, sobald ich wieder irgendwelche hirnlose Grütze von mir gegeben habe.

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