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Günter Grass und die ihn demontierenden Mietmäuler

06.04.12

  17:40:00, von schnasti, 444 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Politik, Brot und Spiele, Medienmanipulation, Gesellschaft

Günter Grass und die ihn demontierenden Mietmäuler

Günter Grass hat mit seinem mir sehr langweilig wirkenden Gedicht ?Was gesagt werden muss? die Mitmäuler derer aufgescheucht, die ihre Ideologie angegriffen sehen. Jene Mietmäuler, die ihre fanatische Doktrin verteidigen müssen, welche gegebenenfalls ebenso gefährlich ist, wie die der Gegner.

Günter Grass hat das zwar etwas unbeholfen dargeboten, jedoch damit dennoch sofort den Gaumen der Mietmäuler gekitzelt und ihnen damit zum überaus fröhlichen Erbrechen von leeren Worthülsen und Phrasen verholfen. Denn hier wurde kurzerhand aus Herr Grass ein Antisemit mit nationalsozialistisch angehauchtem Denken. So vergleicht die Springer-Kaste, also die moralische Instanz der Weltverbesserer, die eingesetzte Sondereinheit zur Schaffung neuer primitiver Gesellschaftsformen, die Aussage von Herrn Grass, dass unsere Medien einer gewissen Gleichschaltung in der Meinungsbildung unterliegen mit der NS-Zeit, wo der Begriff Gleichschaltung dazu diente, freie Medien und andere Institutionen der NS-Ideologie zu unterstellen.

Bei solch einer Berichterstattung kann sich Herr Grass eigentlich nur lächelnd zurücklehnen. Solch Pamphlete, in denen mit irgendwelchen ideologisch sckreckensherrschaftlichen Zeiten andere Sichtweisen konstruiert werden, um von der eigentlichen ideologisch fanatischen Problematik abzulenken, sind einfach nur köstlich und fast schon real satirisch genial. Wer von Gleichschaltung in diesem Zusammenhang schreibt, fühlt sich angesprochen und zeigt, dass er genau dem unterliegt, nämlich einer Gleichschaltung. Einer Gleichschaltung, um eine Ideologie zu erhalten, die durch eine andere Ideologie bedroht wird, oder von der man sich bedroht fühlt.

Nur finde ich kommt ein Herr Grass mit seinem Gedicht äußerst spät. Solche "Gedichte" findet man seit Jahren in vielen verschiedenen Publikationen und jene müssen nicht einmal das heikle Thema Israel beinhalten. Wozu wird jetzt also so ein Aufriss um dieses harmlose Gedicht gemacht, in dem ein Mann seine Meinung äußert? Wer in diesem Gedicht ebenfalls Antisemitismus findet, der ist genau der Gleichschaltung zum Opfer gefallen, die ein gewisser Adolf Hitler und seine Propagandamaschinerie hier in Deutschland installierte, damit die Masse dem folgt, was den Machterhalt und den Zielen gewisser Schergen sicherte. Nach dem Zerfall dieses diktatorischen Systems, in dem die eigene Meinung mit dem Tod bestraft wurde, kamen auf die Deutschen zwei weitere Diktatoren zu, wo die eigene Meinung ebenfalls nichts wert war. In der einen war es offensichtlich und jeder wusste es, in der anderen wird die nicht passende Meinung ganz gekonnt durch gewisse Sprachrohre und Mietmäuler lächerlich gemacht und so dargestellt, dass ein ganz anderer Kontext entsteht.

Wer sozusagen nicht dem ideologischen Ideal entspricht, wird reflexartig auf die Schiene der Linken, Rechten und was es alles noch so Böses gibt, geschoben. Die Vorgeschichte dieser Ideologien ist so dramatisch furchtbar in unsere Köpfe eingehämmert wurden, dass die meisten auch sofort auf diese entsandten Reize Reflexe zeigen und empört überzogen reagieren. Der Verstand bleibt dann oftmals außen vor und politisch nützliche Vorurteile gewinnen an Aufwind.

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