« Die Verblendung mit dem Klischee des unwilligen ArbeitslosenGünter Grass vs. Thilo Sarrazin »

Grass-Gedicht - So schlimm und doch ständig erwähnenswert

13.04.12

  09:45:00, von schnasti, 333 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Brot und Spiele, Medienmanipulation, Gesellschaft

Grass-Gedicht - So schlimm und doch ständig erwähnenswert

Ich habe mir nun zum zweiten Mal das Gedicht von Günter Grass durchgelesen, da ich die Befürchtung hatte, irgendetwas überlesen haben zu müssen bei der ständig weltuntergansstimmungsmäßigen Berichterstattung über dieses Gedicht in unserer Presse.

Nur so richtig kann ich der hysterischen Kritik der meisten Journalien und dessen Gossenschreibern nicht folgen. Das Gedicht richtet sich weder gegen das Volk der Juden, noch gegen deren Religion, weshalb die Kritik, die meist aus Antisemitismus besteht, völlig kurios und urkomisch erscheint. Was hat dieses Gedicht also an sich, dass es so oft erwähnt wird, obwohl es doch so falsch und voller Hass ist?

Die Meldungen über Günter Grass überschlagen sich förmlich in der Presse. Kein Tag ohne einer neuen Meinung über die Zeilen von Günter Grass, in denen dieser die politische Haltung Israels an den Pranger stellt. Die meisten Meinungen sind so ziemlich belanglos, allenfalls geradlinig opportun langweilig. Die Gleichschaltung der Presse, wobei man das Wort ?Gleichschaltung? nun wegen seiner Nazivergangenheit nicht mehr sagen darf, ist hier hervorragend erkennbar. Gewisse Themen sind eben nur aus einer Sicht zu diskutieren. Die Keulen der Vergangenheit und Gegenwart werden geschwungen was das Zeug hält.

Nur, warum wird hier ein langweiliges Gedicht so auseinander genommen? Schürt denn nicht gerade die einhellige Berichterstattung in der Mainstreampresse die Bedeutung des Gedichts, allenfalls sogar Sympathien? Fängt der Geist nicht an zu kritisieren, wenn einstimmig dieselbe Meinung kundgetan wird? Jetzt sagt der ein oder andere zwar, dass es auch Befürworter gab. Das mag richtig sein und gerade in der unendlichen Weite des Internets sonnenklar, aber was ließt der Kern, das Herz der Bevölkerung, die Masse? Ein Blick in die Leserzahlen der jeweiligen Journalien reicht. Ein Blick in das Café am Morgen reicht aus, um zu bestimmen, was das Volk so ließt. Und dann ist es auch nicht verwunderlich, warum ständig darüber und geradlinig berichtet wird. So wie es aussieht, fängt der Geist der Masse nicht an zu denken, wenn täglich dieselbe Suppe aufgetischt wird. Es scheint gerade umgekehrt. Die Suppe scheint täglich besser zu schmecken.

Trackback-Adresse für diesen Eintrag

Trackback-URL (Rechtsklick und Verknüpfungs-/Link-Adresse kopieren)

Auf Moderation wartende Feedbacks

Der Eintrag hat 11 auf Moderation wartende Feedbacks...

Einen Kommentar hinterlassen


Ihre E-Mail-Adresse wird nicht auf dieser Seite angezeigt.
  
(For my next comment on this site)
(Allow users to contact me through a message form -- Your email will not be revealed!)