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Google Panda und das geforderte Leistungsschutzrecht der Presseverleger

22.08.11

  19:35:00, von schnasti, 1031 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Wirtschaft, Vielleicht Unsinn, Medienmanipulation, Gesellschaft, Google

Google Panda und das geforderte Leistungsschutzrecht der Presseverleger

Mit welchem Problem haben unsere Zeitungen seit der vielseitigen Nutzung des Internet und dessen dazugehörigen kostenlosen Angeboten zu kämpfen? Das Problem heißt Auflagenrückgang der Print-Ausgabe und die daraus resultierenden sinkenden Einnahmen. Doch der Auflagenrückgang bedeutet nicht unbedingt, dass Zeitungen auch Leser verlieren. Oft wechseln die Leser einfach auf die Online-Ausgabe des jeweiligen Verlags, welche außerdem kostenlos und schneller abgerufen werden kann, als die erst am nächsten Morgen erscheinende Printausgabe. Mit der Online-Ausgabe der Verlage kann außerdem genauso viel Geld verdient werden, wie im Printbereich, wenn nicht sogar mehr.

An diesem Punkt gibt es aber ein weiteres Problem, welches sich Google und sein beinhaltender Algorithmus zur Auswertung der Suchergebnisse, kurz Serps, nennt. Denn genau dieser Algorithmus ist dafür zuständig, welche Webseite mit welchem Thema auf welcher Position in der Suchmaschine auftaucht. Interessierte konnten sich bis vor Kurzem schnell ein Bild davon machen, welche Kriterien benötigt werden, um einigermaßen gut in den Suchmaschinen positioniert zu werden. Jede beliebige Privatperson konnte somit, und etwas Zeit sowie Geduld, eine Webseite aufbauen und wenn es gut funktionierte sogar durch Werbung etwas Geld dazuverdienen. Es gibt sogar genug Menschen, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Und genau solche Seiten und Blogs sind und waren für Presseverleger ein Dorn im Auge, da die Blogger mit den angeblich "qualitativ" besseren Journalismus der Online-Zeitungen Texte umformulierten und stellenweise sogar bessere Positionen in den Suchergebnissen erreichten, als eben die angeblich qualitativ besseren Online-Zeitungen. Dadurch gingen den armen Verlegern wahrscheinlich Millionen von Werbeeinnahmen verloren, weil eben jede Privatperson ganz einfach mit dem selben Mittel Geld verdienen konnte. Das dies nicht an den Haaren herbeigezogenes Gerede darstellt, wurde im Jahre 2009 deutlich. Gerade der Springer-Konzern und seine Handlanger traten öffentlich für das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverleger ein. Dabei argumentierten die Verleger, dass sie ihre journalistischen Werke vor Google und Blogs schützen müssen, gegebenenfalls eine Art GEZ erlassen werden muss, um den parasitären Missbrauch zu entschädigen.

Ein weiterer Beweis für das Wehklagen der Online-Medien zeigt kein anderer als Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, Dr. Mathias Döpfner, in einem Spiegel-Interview aus dem Jahre 2009, in dem es wortwörtlich heißt: ?Es kann nicht sein, dass die einen ? die Verlage ? heute mit viel Geld und Aufwand Inhalte schaffen. Und andere ? Online-Anbieter und Suchmaschinen ? bedienen sich für lau und vermarkten es.? Der hier verlinkte Artikel und das Titelblatt der Zeitschrift ?Massage? sollte hier unbedingt genauer unter die Lupe genommen werden. Der Zusammenhang des erst kürzlich erschienenen Qualitäts-Update von Goggle Namens "Panda" und diesem Artikel sind wirklich bemerkenswert!)

Rupert Murdoch lässt Grüßen

Solche Worte sind schon harter Tobak, sagt doch Mathias Döpfner damit nichts anderes aus als: Das andere zwar etwas zu dem geschriebenen Thema verfassen, aber damit kein Geld verdienen dürfen, weil es ja eigentlich das geistige Eigentum des Verlages darstellt. Sobald also ein Webseitenbetreiber sich ein Thema aus den aktuellen Medien annimmt und darüber berichtet, dazu noch Werbung auf seiner Webseite schaltet, hat dieser mit seiner Meinung nichts auf den oberen Plätzen der Suchmaschinen zu suchen. Mit dieser Haltung steht Mathias Döpfner natürlich nicht alleine da. Der wohl bekannteste US-Medien-Mogul Rupert Murdoch, der vor nicht allzu langer Zeit mit dem großen Abhörskandal, dem sogenannten News-International-Skandal, in die Schlagzeilen geriet, ist laut einem im Jahre 2009 erschienenen Spiegel-Artikel der selben Meinung. (Quelle)

Es blieb bis jetzt nur bei der Forderung eines Leistungsschutzrecht für Presseverleger

Zum Glück blieb es bis jetzt nur bei einer Forderung der Verlage, ein Leistungsschutzrecht einzuführen. Die schwarz-gelbe Koalition hat diese Forderung jedoch in ihrem Koalitionsvertrag aufgegriffen.

Das Google-Panda Update weißt Ähnlichkeiten mit dem Leistungsschutzrechts auf

Eigentlich kann der Bürger nur hoffen, dass hier kein Zusammenhang besteht. Denn ein genaueres Hinschauen auf die Eckpunkte des kürzlich implementierten Panda-Update von Google in deren Algorithmus, weißt genau diese Kriterien für Blogs und Alternativ-Medien auf, um große Presseverlage in den Suchergebnissen besser zu positionieren, damit diese einen Vorteil erhalten.

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Genau das sind die Eckpunkte, die nun ein Webseitenbetreiber einhalten soll, um mit seiner Seite in den Suchergebnissen weiter oben aufzutauchen. Jetzt kann sich jeder ausmalen, welche Seiten hier wohl die Überhand gewinnen werden. Niemand der kleinen Seitenbetreiber hat auch nur annähernd Information aus erster Hand und ist somit schon abgesägt wurden. Das gilt vielleicht nicht für alle Bereiche, jedoch passt dies genau, wenn es um Themen geht, die die Online-Zeitungen täglich behandeln.

Obwohl der Google-Konzern in dem Spiegel-Bericht um Rupert Murdoch noch Größe erwies, scheint er hier doch eingeknickt. Für mich steht hier ein klarer Zusammenhang. Die Folgen dieses Vorgehens ist klar: Ein verbieten von Meinungen, angeblich wegen des Profits. Auf dieser Art wurden meiner Meinung zwei Fliegen mit der selben Fliegenklatsche erledigt.

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