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Google, Facebook und Co. - Die neue Ära der Unmündigkeit

15.03.12

  20:19:00, von schnasti, 506 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Gesellschaft, Google, Facebook

Google, Facebook und Co. - Die neue Ära der Unmündigkeit

An bestimmten Tagen läuft mir mehrfach ein kalter Schauer über den Rücken. Der kalte Schauer ist natürlich kein kaltes Wasser aus der Dusche, sondern die Einfältigkeit, mit der wir Google, Facebook und Apple kniend die Füße küssen.

Sind wir noch wir selbst? Wahrscheinlich schon lange nicht mehr. Vorgaben bekommen wir nicht nur immer mehr durch den Staat aufgebürdet. Oft zähneknirschend, aber zum Schluss vergessend bis bereitwillig, unterwerfen wir uns der Macht der Monopole. Abhängigkeit ist hier der Schlüssel zum Erfolg, denn nur so ist die Bindung eng genug, um neue, fragwürdige Mechanismen zu integrieren. Doch diese Macht bedarf es nicht nur beim normalen Nutzer anzuwenden. Auch die Konkurrenz soll abhängig von dem jeweiligen Monopol sein, was die ganze Problematik noch verschärft. Dann ist der Einheitsbrei und die Abhängigkeit noch viel kompakter und unsere Einfältigkeit umso größer.

Was macht uns einfältig?

Die Vorgabe von Nutzungsbedingungen sowie die Vorgaben von Verhaltensweisen. Die Zensur von bestimmten realen Gegebenheiten. Wir werden heruntergefahren auf gewisse Klauseln. Wir denken nur noch in diesen kleinen vorgegebenen Kästchen, welche uns vorsagen, wie wir zu funktionieren haben. Stimmst du diesen Klauseln nicht zu, bist du nicht dabei. Du bist nicht angekommen in der neuen Zeit der Unmündigkeit: Willst du etwas, dann gib alles - fordere aber nichts, selbst wenn du derjenige bist, der alles gibt.

Richtlinien, bitte beachten Sie die Richtlinien!

Ganz abgefahren wird es, wenn immer mehr Zwangsrichtlinien etabliert werden, um vorherige Statusse zu halten, oder überhaupt das jeweilige Dasein nur mit dem Einverständnis der neu eingeführten Richtlinie, siehe Facebooks-Timeline, halten zu können. Zwar argumentiert man hier gern damit, dass die User ja alle freiwillig hier wären und auch jederzeit wieder gehen könnten. Doch überlegen wir uns mal, wenn das wirklich passieren würde und selbst ein Viertel der User Facebook den Rücken kehren, mit der Begründung, die Timeline nicht deaktivieren zu können.

Ein großes Ereignis ist ebenfalls die Änderung der Kriterien für die Platzierung einer Webseite in der Google-Suchmaschine. Wenn hier neue Details die Runde machen, dann hisst der SEO seine Flagge aber ganz schnell in die entgegengesetzte Richtung und führt ganz schnell das aus, was ihm Vati Google befielt. Aber auch hier ist die Abhängigkeit zu berücksichtigen. Wie ein Arbeiter von seinem Chef abhängig ist, weil dieser ihn gerade so über Wasser hält, so ist es der SEO von Papi Google abhängig. Nur ist genau dass das gefährliche! Hier wird das Prinzip der Erziehung angewandt. So hast du deine Webseite zu erstellen, so und so hast du zu berichten und Texte zu schreiben.

Lasst euch nicht Instrumentalisieren!

Ein weitere Grund der zur Besorgnis führt, ist der, dass User sich durch die Abhängigkeit Instrumentalisieren lassen. Sie werden ausgenutzt und eingespannt für Dinge, die sie eigentlich gar nicht wollen, aber durch die Abhängigkeit trotzdem nutzen oder ausgeben. Dabei geht es nicht um die Verweigerung grundlegender Richtlinien, sondern darum, das weitere Implementierungen geschaffen werden, die das Monopol immer weiter monopolisieren. Es werden immer weiter Richtlinien geschaffen, um das Monopol zu nähren. Ich nenne das gern Zwangsunterjochung, da der Lebensunterhalt wegfällt, wenn derjenige sich von dem Monopol abwendet.

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