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Entzieht Monopolist Facebook und Google Foren und Blogs den Lebenssaft?

29.03.12

  12:58:00, von schnasti, 489 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Wirtschaft, Google, Facebook

Entzieht Monopolist Facebook und Google Foren und Blogs den Lebenssaft?

Wenn Blogs oder Foren Auszüge ihres Contens auf Facebook verlinken, oder von Besuchern verlinkt werden, können diese Links kurzzeitig richtig viele Besucher bringen. Die Frage die sich mir jedoch dabei stellt: Schadet dies in gewisser Weise nicht dem eigentlichen Vorhaben der Kommentarfunktion der Quellseite?

Der Grund für diese Annahme ist schnell gefunden. Kommt ein Besucher durch eine Suchmaschine auf einen Blogartikel und gibt diesen durch Gefallen auf seine Facebook-Pinnwand weiter, so konzentriert sich die Leserschaft voll und ganz auf diese Kommentarfunktion. Der Besucher kommt zwar auf die Webseite, springt aber nach dem Lesen auf die Kommentarfunktion von Facebook über, wo demnach auch die Diskussion um das jeweilige Thema stattfindet.

Dies sehe ich als ziemlich Kontraproduktiv an. Die Diskussion wird damit nämlich von der wirklichen Quelle ausgelagert und aufgesplittet. Die Diskussion findet nur noch im kleinen statt, weil nur der gewisse ?Freundeskreis? des Verlinkenden eine Diskussion entstehen lassen kann. Das eigentliche Kommentarfeld der Quelle bleibt leer und der Anreiz der durch einen Kommentar entsteht, das ein anderer User auch einen Kommentar abgibt, verschwindet.

Große Webseiten wird das weniger interessieren, obwohl mir aufgefallen ist, dass zum Beispiel große Medien kaum selbst ihre Artikel auf Facebook verlinken. Der Grund könnte genau der sein. Wenn jeder Artikel auf Facebook verlinkt werden würde, geht der eigentliche Sinn des Presseerzeugnisses verloren und große Presseverlage würden damit dem Konzern Facebook die gebratenen Hähnchenbrüste in den Rachen werfen. Die User sollen sich doch nicht so sehr bei der Konkurrenz herumtreiben und dort deren Goldsäckel füllen.

Aber gerade hier scheiden sich wohl die Geister. Facebook-Verlinkungen können natürlich einen Schwellenbrand auslösen und somit genau das Gegenteil bewirken und der Webseite enorme Besucherströme und Kommentare bescheren, wovon vielleicht sogar einige Stammuser zurückbleiben. Nur wie steht das Verhältnis zu einem Artikel der halb Facebook unsicher macht und jenen Artikeln, die Ladenhüter bleiben? Große etablierte Presseverlage können durch ihr Branding und ihre hohe Besucherdichte sicherlich ein Lied davon singen. Diese haben kurzerhand so viele geteilte Inhalte auf Facebook, sodass dieser Dienst sogar diejenigen erreicht, die vorher ungern eine Zeitung aufschlugen. Durch das etablierte Panda-Update von Google, welches durch eine Marke (Branding) gesehene Inhalte besser in der Suchmaschine bewertet als andere, ist dies ein weiterer Rückschlag für kleinere Konkurrenten.

Wenn wir uns jetzt noch in das Gedächtnis holen, dass gerade die Aktivitäten der Social-Network-Dienste wie die Anzahl der ?Likes? sich positiv auf die Google-Suche auswirken können, dann kann man wiederum doch von einem Entzug der Lebenskraft sprechen, weil quasi der Zwang für kleine Webseitenbetreiber entsteht, seine Artikel irgendwie in Facebook zu integrieren. Zudem wird es somit unmöglich sein, die gebrandmarkten Seiten zu übertreffen, da sich dort die Masse an Besuchern konzentriert. Dementsprechend hoch dürften auch die Aktivitäten in Sozialen Netzwerken ausfallen, was wiederum eine noch höhere Stabilität für die jeweilige Seite auf den oberen Plätzen der Suchmaschine bedeutet. Es hat hier fast den Anschein, dass verschiedene Monopole hier "Preisabsprachen" abhielten, um das enorme Aufkommen von Konkurrenz (Webseiten), ob privat oder gewerblich, zu mindern.

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