« Kritik: Will Die Arche vom Leid der Kinder profitieren?Meißen Hochwasser 2013 ? Sollen Hartz-IV-Empfänger zur Zwangsarbeit verdonnert werden? »

Eine andere Interpretation des Unsinnswortes ?Gutmensch?

08.06.13

  17:34:00, von schnasti, 371 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung

Eine andere Interpretation des Unsinnswortes ?Gutmensch?

Es ist ein leidiges Thema. Die Aufbereitung über die Hilfe in Hochwassergebieten in unsere Presse ist abscheulich einseitig. Solidarität ist gut, aber wenn sie nur dann stattfindet, wenn dazu aufgerufen wird, dann ist etwas faul. Wie oft haben wir schon über Feuerteufel gelesen, die bei der Feuerwehr arbeiteten und auch den eigen gelegten Brand meldeten? Es passiert oft und der Zusammenhang zur inszenierten Hilfsbereitschaft ist der gleiche, nur das bei einem Hochwasser nichts selbst angebrannt werden muss, da es von allein dazu kommt, dass der ?Helfer? in der Not sich an dem Leid anderer bereichert.

Die Bereicherung finden wir im Helfersyndrom, abwertend auch Gutmensch genannt, der sich durch sein niederes Selbstwertgefühl bestimmt sieht, unbedingt helfen zu müssen. Er hilft daher nicht, weil er anderen wirklich helfen möchte, sondern nur um sich zu profilieren, um jenes geringes Selbstwertgefühl zu steigern, also um sich selbst zu helfen, auch wenn seine Hilfe kontraproduktiv sein kann, was eindeutig an vielen Stellen der Hochwassergebiete und außerhalb der Fall ist. Aktiviert wird dieses Helfersyndrom ebenfalls durch die Presse und sozialen Netzwerken, die mit Fingern auf andere zeigen, die nicht mit anpacken. Der seelisch Kranke wird dadurch erst richtig in Stimmung kommen. Sein Tatendrang wird unerschöpflich. Es findet teilweise auch eine Züchtung durch manipulative Methoden durch die Medien statt, um einen wirtschaftlichen Nutzen daraus zu ziehen.

Ganz schwer hat es hier gerade die Arbeiterschaft und die aussätzige Unterschicht, wo Verachtung und Erniedrigung im Alltag zu einem niederen Selbstwertgefühl führt, welches durch jene Hilfsbereitschaft kompensiert wird. Endlich bin ich zu etwas nutze und kann es den anderen zeigen und recht machen, worauf die nächste Ernüchterung folgt, da keine Anerkennung vom Chef, dem Lehrer oder dem Familienangehörigen stattfindet, da es heutzutage als selbstverständlich angesehen wird, alles ohne zu Murren und ohne eine Gegenleistung, zumindest in einer bestimmten Konstellation, zu erledigen. Dadurch leidet das Selbstwertgefühl noch mehr darunter und der Betroffene sucht nach jeder kleinsten Helfertätigkeit, um etwas Bestätigung in seinem Dasein zu erhalten.

Die Folge dessen sehen wir in den steigenden Zahlen des Burnout-Syndroms und Depressionen. Es wird bis zur Erschöpfung gearbeitet. Es muss jedem alles recht gemacht werden, nur nicht sich selbst, wobei eine Co-Abhängigkeit entstehen kann und der Sinn des Lebens ?Gutmensch? - also Arbeiten bis zur Erschöpfung ? heißt.

Trackback-Adresse für diesen Eintrag

Trackback-URL (Rechtsklick und Verknüpfungs-/Link-Adresse kopieren)

Auf Moderation wartende Feedbacks

Der Eintrag hat 5577 auf Moderation wartende Feedbacks...

Einen Kommentar hinterlassen


Ihre E-Mail-Adresse wird nicht auf dieser Seite angezeigt.
  
(For my next comment on this site)
(Allow users to contact me through a message form -- Your email will not be revealed!)