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Die Verblendung mit dem Klischee des unwilligen Arbeitslosen

14.04.12

  10:13:00, von schnasti, 406 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Politik, Wirtschaft, Medienmanipulation, Gesellschaft

Die Verblendung mit dem Klischee des unwilligen Arbeitslosen

Ganz ungeniert und ohne rot zu werden geht der steile Weg der Verblendung weiter. Wieder einmal ist der unwillige Arbeitslose immer mehr damit beschäftigt, sich den Vorgaben der Arbeitsämter zu entziehen. Die Sanktionen gegen Arbeitslose steigen, wie so oft.

Wie oft durften wir es schon lesen. Nur der Hilfeempfänger macht Fehler und ist nicht gewillt, sich an die Vorgaben der Jobcenter zu halten. Demnach steigt die Anzahl der Sanktionen gegen immer mehr unwillige Arbeitslose, die ihre Wiese, auf der ihr immer wieder die gebratenen Hähnchen nur so in das offene Maul fliegen, nicht mehr verlassen wollen. Scheinbar sind 374 Euro Regelsatz noch zu viel, da der böse Hilfeempfänger selbst Sanktionen von 30 bis 100 Prozent in Kauf nimmt, was wiederum suggeriert, dass er einer Schwarzarbeit nachgeht und somit der Allgemeinheit doppelt auf der Tasche sitzt.

Das alles wird es sicherlich geben, nur wer zählt die Sanktionen, die zu Unrecht verhängt wurden? Die meisten Sanktionierten werden ihre Sanktion nicht einmal auf ihr Recht geprüft haben. Die Quote der monatlichen Einsparung durch Sanktionen muss ja ebenfalls geschafft werden. Zudem kommt die Erpressung eben durch solche Sanktionen, so dass der Arbeitslose den unmenschlichsten und unwürdigsten Job annehmen muss, den man ihnen vorschreibt. Dann wundert man sich wieder, weshalb gerade viele arbeitslose Jugendliche keine Lust haben und sich lieber einen Krankenschein holen oder Nebenbei Geld verdienen, als für ein paar Almosen den Kot der ach so fleißigen Bürgerschaft wegzuräumen.

Aber nein, das sind ja keine Almosen. Es sind Löhne die wir benötigen, um unser marodes Wirtschaftssystem am Leben zu halten. Wir brauchen also die Idioten, die für 80, 160, 300, 400 und 800 Euro im Monat einen Spagat vorführen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Wir brauchen lukrative Gelegenheiten für Unternehmen und um die Arbeitslosenzahlen so aussehen zu lassen, damit der Schwindel des Wohlstands für Alle nicht auffliegt. Deshalb sind auch immer mehr Sanktionen nötig. Der Sozialstaat benötigt das Geld zur Subventionierung von Löhnen, weshalb bald jeder Arbeitslose irgendwas macht außer zu Hause zu sitzen. Der Druck wird noch größer werden, weshalb auch immer wieder die Rede von unwilligen Arbeitslosen sein wird. Das Bild des faulen, schmarotzenden Pack muss in die Köpfe eingetrichtert werden. Dieses Bild muss auch denjenigen begleiten, der die Stütze erhält, damit dieser aus der Angsthaltung der Verspottung jeden Ausbeuter-Job annimmt.

Den Titel des Schmarotzers ist er dann vielleicht los. Der Wert seiner Arbeit am Monatsende zeigt ihn jedoch immer noch, dass er trotz Arbeit ein faules Schwein ist und sich nun immer noch nichts leisten kann.

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