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Die Piraten-Euphorie ist lächerlich

09.04.12

  08:38:00, von schnasti, 526 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Politik, Wirtschaft, Brot und Spiele

Die Piraten-Euphorie ist lächerlich

Wenn ich mir ein Butterbrot schmiere und jemand anderes versucht mir die Butter von diesem zu stehlen, dann hat der Dieb es ziemlich schwer. Doch er hat es nicht nur schwer, sondern er wird meine Butter, die immer dezent und dünn aufgetragen wird, nur in einem geringen Anteil stehlen können, weil ich die meiste Butter mit dem Messer in die vielen Poren des Brotes eingearbeitet habe. Nur der Diebstahl der gesamten Scheibe Brot könnte zum Erfolg führen. Allerdings bedeutete dies ein Kampf um Leben und Tod, wobei ich alle Macht der Welt mit allen Waffen und unfairen Mitteln hinter mir stehen habe. Diese Schnitte, Bemme oder auch Scheibe Brot genannt, ist außerdem schon längst gegessen und der Dieb längst verhungert. ;)

Genauso wird es politisch denjenigen ergehen, der versucht, frischen Wind in ein vollkommen starres System und in vollkommen starre Köpfe zu bringen. Das erste Scheitern wird sein, den Zahn von abgelagerter, fauliger Karies zu befreien. Zu tief sitzt die Propaganda, welche immer noch täglich die Hirne der Masse umweht und voller Inbrunst im inneren derer Schädel ihr Unwesen treibt. Politische Veränderungen sind nicht möglich, wenn im Vordergrund dieselbe Ideologie täglich ihre Propagandaspritzen ausgibt, selbst wenn diese die politische Veränderung strategisch heraufbeschwören.

Nur sollte wirklich einmal der kritische Punkt kommen und eine Partei anfangen den Zahn ohne Zwang und schwerem Gerät von fauliger Karies zu befreien, dann käme die genannte Situation, also der Kampf um Leben und Tod, besser gesagt: der Kampf um Macht und Ideologieerhalt im Sinne von Krieg und Unterdrückung zur Geltung. Dann gibt es keinen Schmusekurse à la Piratenpartei und dessen Einzug in irgendein Landesparlament mehr. Sogar der Einzug in den Bundestag mit 9 Prozent belächeln die großen etablierten Pseudo-Demograten, da sie genau wissen, dass es nicht an das Eingemachte geht, sondern nur um eine Darreichung von Schmerzmitteln, die die wütenden und schmerzenden Zähne ruhig stellen sollen.

Und genau das ist zum Teil schon geschehen. Die Lagerbildung, wo Gleichgesinnte sich versammeln und Gehör sowie Zustimmung finden, lässt den Zorn der Zornigen schmälern. Endlich versteht mich jemand, endlich hab ich jemanden gefunden, zu dem ich aufschauen kann. Jedoch passiert genau damit dasselbe wie in allen anderen Lagern. Der Andersdenkende ist ebenfalls nicht erwünscht. Die primitive Rudelbildung mit aufgesetzten Parteidoktrinen und Preisungen gen Obrigkeit schmälert erneut den Geist und das Kritisierte hält selbst Einzug im eigenen Kopf. Zudem kochen neu gegründete Parteien ebenfalls nur mit Wasser. Bei ihnen gelten dieselben wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Regeln wie überall. Kein Piratenpolitiker zaubert kurzerhand und im Handumdrehen für jeden Bürger ein Grundeinkommen herbei. Der Piratenpolitiker ist auch kein Robin Hood, der durch Plünderungen der Reichen die ärmeren Bürger mit Gold überschüttet.

Vielleicht hat es ja schon jemand gehört. Nach Berechnungen einiger Piraten liegt das finanzierbare Grundeinkommen für jeden Bürger bei 440 Euro. Das ist weit unter dem jetzigen Satz der Sozialleistung. Diese Summe mag fair und passend sein, da sie jeder erhält. Doch genau dadurch werden die Löhne noch niedriger und die Annahme jeglicher Arbeit, egal für wie viel Lohn, noch zwingender für den Arbeitssuchenden. Hier sehe ich Parallelen zu unseren Liberalen, die jetzt in der Versenkung verschwinden und durch die Piraten wieder empor steigen. Und die Agenda 2030 steht in ihren Startlöchern.

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