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Die Google-Verschwörung gegen SEO - Wenn Google Gott spielt

26.04.12

  16:59:00, von schnasti, 1158 Wörter  
Kategorien: Vielleicht Unsinn, Google

Die Google-Verschwörung gegen SEO - Wenn Google Gott spielt

Ein sogenanntes ?Google-Quality-Update?, welches den Algorithmus der Ausgabe von Suchergebnissen in der Google-Suchmaschine auf Qualität optimieren soll, hat am 25.04 2012 die SEO-Welt (SEO = Search Engine Optimizer) erschüttert. In vielen themenbezogenen Foren laufen die thematischen Beiträge heiß, wobei oft die Wörter ?Monopol? und ?Existenzzerstörer? fallen. Doch ist das wirklich so; hat Google diese Macht wirklich?

Der böse Suchmaschinenoptimierer

Dazu möchte ich am Anfang die Leute in die Materie einführen, die gar nichts mit dem Thema anfangen können. Ein SEO, zu Deutsch: ein Suchmaschinenoptimierer, nutzt die Vorgaben, oder besser gesagt die Kriterien, welche nötig sind, um mit einer Webseite in der Google-Suchmaschine die ersten Plätze einzunehmen. Ein großes Kriterium ist bis heute die Verlinkung von anderen Seiten auf das eigene Webprojekt. Ein Link von einer Seite zu deiner eigenen Webpage gilt demnach wie ein Empfehlung. Um so mehr Empfehlungen (eingehende Links) eine Seite hat, desto höher steigt diese im Ranking der Auflistung in den Suchergebnissen. (Dies ist nur ein Beispiel von vielen weiteren Kriterien! Es dient nur zu Veranschaulichung des besagten Themas.)

Nach diesem Konstrukt entstehen noch heute die durch einen Algorithmus ausgegeben Serps (Suchergebnisse). Derjenige, der dieses Wissen nun besitzt und weiß, dass sich eingehende Links positiv auf das Ranking seiner Webseite auswirken, wird daher versuchen, seine Webseite irgendwie und so viel wie möglich zu verlinken. Denn wie erwähnt gilt ja die Devise: ?Umso mehr, desto besser das Ranking!?. Dies kann beispielsweise durch Linktausch, Linkkauf oder durch das Setzen von Links in Blogkommentaren geschehen. Diese Art und Weise, welche lange kein Verstoß gegen gewisse Richtlinien von Google verstoßen hatte oder angemahnt wurde, wurde nach und nach mit diversen Quality-Updates abgestraft. Eben solch ein Update erschütterte gestern das Web und traf viele Seitenbetreiber mit voller Wucht. Welche Veränderungen genau vorgenommen wurden, gibt Google nicht bekannt. Doch der Vorwurf der Marktübermacht und der Existenzzerstörung ist nicht unbegründet, egal welche Änderungen vorgenommen wurden.

Die Google-Macht

Wenn nun in diesem Bereich von einer Existenzzerstörung die Rede ist, dann dreht es sich hauptsächlich um den Einbruch der Besucherströme über eine Suchmaschine, in diesem Fall natürlich die Google-Suchmaschine und den damit zusammenhängenden Absturz der Einnahmen durch gewisse Werbeprogramme. Wir erinnern uns: ?Umso mehr Links, desto besser das Ranking? - folglich ist ein besseres Ranking relevant für mehr Besucher; je mehr Besucher, desto mehr Einnahmen durch Werbepartner. Und hier greift die Marktmacht von Google doppelt und dreifach. Zum einen durch das Partnernetzwerk Google Adsense; ein Werbenetzwerk, was unangefochten das beste und lukrativste seiner Art darstellt, wobei hier davon ausgegangen werden muss, dass dies nur der Fall ist, weil die Google-Suchmaschine in ihrer Nutzung ebenfalls unangefochten den Markt dominiert. Durch diesen knapp 90 prozentigen Marktanteil auf diesem Gebiet ist der Webseitenbetreiber geradezu dazu gezwungen, seine Webseite, sollte er damit auf irgendeine Art Geld verdienen wollen, nach diesen Richtlinien auszurichten, weil er schlicht gar keine andere Wahl hat und ihm sonst die Konkurrenz meilenweit davon fährt. Auch der Umstieg auf eine andere Suchmaschine ist schlicht kontraproduktiv, da die nötigen Besucherzahlen fehlen. Einen Blick auf diese Grafik genügt, um zu sehen, wer hier das Sagen hat.

Suchmaschinennutzung Anteile

Zum anderen, und aufbauend auf den vorhergehenden Absatz, bezieht sich die Existenzhaltung vieler kleiner Unternehmer durch die Vorgabe der Bewertungsgrundlagen einer Webseite und dessen Positionierung in den Serps. Erst werden gezielt Maßnahmen implizit vorgegeben und vermittelt, dann wiederum zurück genommen. Das ist ähnlich wie, wenn ein Friseur seiner besten Kundin gerade die Haare geschnitten hat und diese plötzlich meint, was für ein beschissener Friseur er eigentlich ist. Nach zehnjähriger Treue sieht der Friseur diese Kundin nie wieder, obwohl Sie immer qualitativ denselben Haarschnitt verpasst bekommen hat. Das Kuriose daran war außerdem, dass der Friseur von Mal zu Mal mehr Trinkgeld bekam, also sozusagen ein Lob in Form von Geldleistungen. Klar, wer qualitativ minderwertige Arbeit abliefert, erhält keine Gehaltserhöhung, sondern eher einen Dämpfer. Nur, und das ist der große Unterschied, der Dämpfer geschieht in Form von Kritik oder einer Abmahnung, für die ein Grund angegeben werden muss. Das Problem der Google-Macht ist die, dass deren "Angestellte" keine Rechte besitzen. Regeln werden vielleicht willkürlich nach Rendite ausgerichtet, womöglich gar nicht erst in die Öffentlichkeit getragen. Regeln werden für Großkonzerne geschrieben und als Qualitätsrichtlinien ausgegeben. Auf den Großteil der Blogs schreibt nun mal kein Journalist, sondern nur ein kleiner dummer Privatmensch, der von qualitativ hochwertiger Textverfassung keine Ahnung hat, weshalb Konzern-Brands einfach so die vorderen Plätze inne halten.

Die Google-Verschwörung

Man muss sich nun als kleiner Schreiberling oder SEO der Kunden betreut nur fragen: Wem nutzt es? Kann es vielleicht sein, dass die Richtlinien zu simpel waren und die Konkurrenz für Konzerne, und selbst für den Richtlinienausgeber, zu viel an Fahrt aufnahmen? Überall in der SEO-Szene ließt man, dass minderwertiges Link-Building und minderwertige Qualität der Seiten im allgemeinen der Grund für die Abwertungen sei. Niemand kommt auf den Gedanken, dass SEO und Afiliate-Marketing in Konkurrenz zu großen Unternehmen und zu Google selbst stehen. Immer wieder ist hier auch auf das sogenannte geforderte Leistungsschutzrecht für Presseverleger hinzuweisen. Medienkonzerne schimpfen, wie viele kleine Unternehmer jetzt, schon lange über die Marktmacht von Google. Rupert Murdoch und Mathias Döpfner, ebenfalls marktmächtige Personen, zerreißen sich schon lange die Münder über diese Monopolstellung und fordern von unserer Bundeskanzlerin das erwähnte Leistungsschutzrecht, was die Nutzung von Texten aus Presseorganen kostenpflichtig machen soll. Offen fordern diese Herren gar eine Festsetzung ihrer Erzeugnisse auf den ersten Positionen in den Suchergebnissen von Google, was merkwürdigerweise einen Punkt der neuen "Qualitätsrichtlinien" ziemlich nahe kommt. Nur geht es diesen Herren nicht um ihre Existenz, sondern um Rendite, weshalb ich der Meinung bin, dass diese "Quality-Updates", welche in gewissen Abständen greifen und immer mehr kleine Unternehmen in den Abgrund reißen, reine unwillkürliche Säuberungsaktionen darstellen. Die Konkurrenz in Form von optimierten Seiten nimmt einfach überhand, weshalb denen der Lebenssaft, sozusagen die alten Richtlinien, welche jahrelang gut funktionierten, entzogen werden.

Deshalb ist auch kein wirkliches Muster in der Aussortierung erkennbar. Es soll ganz einfach keine wirklichen Richtlinien geben. Die Suchergebnisse werden bald in bestimmten Bereichen auf den ersten Seiten nicht mehr untereinander konkurrieren, sondern starr festgesetzt oder untereinander aufgeteilt werden. Dazu dienen die jetzt vorgegaukelten Richtlinien, an die sich kein kleiner Seitenbetreiber halten kann, weil er gar nicht weiß, was er überhaupt tun soll. Immer ist die Rede von Qualität. Nur welche Qualität ist gemeint? Mehrwert für den Besucher scheint hier wohl die Antwort auf diese Frage zu sein. Wenn das so ist, dann kann Google selbst dicht machen. Mehrwert sieht der Suchende seit dem Panda-Update schon lange nicht mehr. Wie oft hört man aus dem Bekannten- und Freundeskreis, dass das Suchen bei Google mehr und mehr einer Glaskugel ähnelt. Große Brands brauchen nur kurz ein Key in irgendeinem nicht-relevanten Text aufgegriffen haben und schon sind diese auf den vordersten Plätzen, wenn nicht auf Position eins, vorhanden. So etwas ist kein Mehrwert, sondern schlichte Monopolbildung mit Ausübung von Marktmacht auf kleine Unternehmer. Mehrwert für den User ist auszuschließen. Mehrwert in Form von Kapitalvermehrung der Großkonzerne und Google selbst kommt hier schon näher und ist bei einem Marktanteil von knapp 90 Prozent sogar verständlich.

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