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Das Wachstum: Unser Allheilmittel und unser Untergang

24.05.12

  09:11:00, von schnasti, 609 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft

Das Wachstum: Unser Allheilmittel und unser Untergang

In den letzten Tagen schallt vermehrt ein Wort durch unsere Medien, was uns nicht nur aus dem Wirtschaftssektor bekannt vorkommen sollte; Das Wachstum! Wachsen ist inn und gerade in der Euro-Krise das Allheilmittel neben rigorosen Sparmaßnahmen.

Wachsen können aber auch andere Dinge; Babys und alle anderen Lebewesen auf unserem Planeten wachsen nicht durch die Vermehrung von Geld, sondern durch die Aufnahme von Nahrung. Diese Lebewesen haben aber einen großen Vorteil gegenüber unserem Wirtschaftssystem. Sie hören irgendwann auf zu wachsen. Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo das Lebewesen ausgewachsen ist. Einige Menschen im hohen Alter schrumpfen sogar, ohne einen Schaden davon zu tragen. Zwar müssen diese Lebewesen trotzdem weiterhin Nahrung zu sich nehmen, aber bleibt die Menge konstant und wird nicht täglich mehr. Unsere Wirtschaft hingegen ist schon bei einer Stagnation dem Untergang nahe.

Warum muss unsere Wirtschaft eigentlich ständig wachsen?

Wer Schulden macht, um beispielsweise Arbeitsplätze und Fortschritt zu schaffen, muss diese bekanntlich irgendwann wieder zurückzahlen. Deshalb ist es nötig, dass das Kapital wächst, damit diese Schulden, ob privat oder staatlich, getilgt werden können. Siehe Griechenland, wo die Ausgaben, sozusagen das Schuldenmachen, über lange Zeit viel größer war als die Einnahmen, so ist die Staatspleite irgendwann nahe. Zudem gesellt sich zu dieser Misswirtschaft das Problem, dass sich verschuldete Staaten nur frisches Geld zu höheren Zinsen leihen können, was das Problem noch weiter verschärft. Man sagt, diese Vorgehensweise solle pädagogische Wirkungen auf die jeweiligen Staaten haben. So sollen gut wirtschaftende Staaten mit niedrigen Zinshöhen beim erneuten Schuldenmachen belohnt werden.

Der vermeintliche Vorteil des stetigen Wachstums

Die ausschlaggebende Meinung vieler Ökonomen und Politiker ist, dass der Wohlstand nur zustande kommt, wenn die Wirtschaft stetig wächst. Wohlstand bedeutet in diesem Fall die immer weitere Verbesserung der Lebensqualität. Nur hier stimmt irgendetwas nicht. Wohlstand muss erarbeitet werden. Erzwungener, stetig wachsender Wohlstand bedeutet einen stetigen Mehraufwand und gegebenenfalls den Bankrott, sollte das Wachstum ausbleiben. Wachstum ist vielleicht ein Motor für den Wohlstand, das ist richtig, aber kein Allheilmittel. Wachstum schafft Wohlstand, solange das Wachstum ohne Zwang erfolgt und nicht durch Korruption und Monopolisierung aufgefressen wird.

Die Idiotie am stetigen Wachstum

Konkret heißt das, dass Schulden nötig sind, um überhaupt richtig wirtschaften und Leben zu können. Es ist ein Kreislauf, der Alltag, Familie und alles andere in unserem Leben bestimmt. Es ist eine Ideologie im bigottem Gewand, wobei ein Wechsel selbst bei übermäßiger Verschmutzung alternativlos erscheint. Aber das ist falsch, auch wenn es Angela Merkel, und jetzt auch Francois Hollande, ständig alternativlos in einer Endlosschleife predigen. Stetiges alternativloses Wachstum bedeutet im Enddefekt und grob ausgedrückt nichts weiter als eine Diktatur, da es kein entrinnen aus dieser Endlosschleife gibt und man alles tun wird, um dieses Konstrukt beizubehalten.

Wohlstand und Wachstum sind zwei paar verschiedene Schuhe

Wohlstand kann für den einen eine warme Suppe, für den anderen wiederum eine Yacht oder ein schönes Auto darstellen. Menschen sind in dieser Auffassung nämlich nicht alternativlos, sondern individuell mehrstimmig. Und hier kann es nicht sein, dass viele den Wohlstand anderer mit ihrer Arbeitskraft bezahlen. Es kann und soll natürlich Individualität in der Entlohnung geben, aber es kann niemand verlangen, dass andere ihm die Euros ohne, oder nur gegen eine geringe Gegenleistung, hinterher werfen. Diese Verteilung braucht natürlich ebenfalls mehr Wachstum und immer weitere Sparmaßnahmen. Am Ende ist es unser Untergang, weil die Schuldenlast zu hoch ist und der ungleiche Wohlstand nicht mehr bezahlt werden kann. In Griechenland, Spanien und Portugal hat das Aufbegehren gegen diesen Mechanismus, natürlich unter Vereinnahmung politischer Interessen, längst begonnen. In Deutschland, dem Land der Dichter und Denker, hat das Volk Hartz IV, Leiharbeit, Kurzarbeit, 1-Euro-Jobs, Lohnverzicht und viele andere Maßnahmen hingenommen, um dem entgegenzuwirken. Dabei stellt sich die Frage: Wie lange geht das noch gut?

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