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Das klägliche Scheitern des Zukunftsdialogs

14.04.12

  11:29:00, von schnasti, 514 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Politik, Gesellschaft

Das klägliche Scheitern des Zukunftsdialogs

Der Zukunftsdialog unserer Regierung war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Eine Internetseite, die die Wünsche der Mehrheit der Bürger Deutschlands aufgreifen sollte, mutierte kurzerhand durch technische Fehler zur ideologischen Kampfplattform. Doch nicht nur die Manipulation der Stimmen durch fehlende Captchas und Cookielöschung ist das Problem, sondern das ganze Projekt und seine Initiatoren.

Die Auslagerung und die damit einhergehende Thematisierung durch die Regierung

Die Frage nach dem Warum und Weshalb unsere neuerdings ach so bürgernahe Kanzlerin Angela Merkel und ihre Partei einen Zukunftsdialog im Netz installierte, ist schnell erklärt. Der wachsende Unmut, Wahlkampf und die Thematisierung von Problemen in vielen Foren und Blogs zwang unsere Regierung zum Handeln. Es musste etwas initiiert werden, was den Anschein erweckt, dass etwas getan wird und unsere Regierung nun anfängt, sich für die Probleme der Bürger zu interessieren und diese zu thematisieren. Die Verlagerung von Diskussionen durch PR hat funktioniert. Durch Pressemeldungen wird der Anschein erweckt, dass eine rege Beteiligung stattfindet. Die Zornigen bekommen ihre Chance, in dem Sie für ihr Thema abstimmen. Um so mehr Stimmen, desto mehr besteht die angebliche Chance, etwas zu verändern. Denn die mit den meisten Stimmen versehenen Vorschlägen landen auf dem Tisch der Regierung und werden mit den Fragestellern und Frau Merkel persönlich diskutiert. Bürgernah eben, ist nun unsere neue Frau Merkel.

Die Webseite des Zukunftsdialogs ist ein Spielplatz für den Unmut

Ein weiterer Sinn dieser Inszenierung von Bürgerbeteiligung ist der, dass der Unmut endlich einmal direkt an unsere Regierung, bestenfalls an die Kanzlerin, weitergegeben werden kann. Zwar dürfte sich Frau Merkel einen feuchten Dreck um die Fragen und Vorschläge der Bürger, oder sagen wir besser, Interessengruppen, scheren. Jedoch ist diese Art und Weise ein gewaltiger Tummelplatz, um seinen Frust nicht nur in einer sinnbefreiten Facebook-Gruppe oder einen Blog abzulassen, sondern direkt an der Quelle allen Übels. Die fröhliche Gewissheit, dass das ?beste? Thema mit den Fragesteller persönlich bei Angela Merkel landet, macht diesen Unsinn um so attraktiver für Manipulation. Der einzelne Bürger unterliegt dann wie so oft nur Interessengruppen und nicht seinen eigenen Gedanken, wobei das Parteidenken anfängt und die Vernunft aussetzt.

Ist das Scheitern politisch gewollt?

Eben durch die leicht zu manipulierenden Ergebnisse und das Aufzeigen dieser, kommt der Verdacht auf, dass hier ein Scheitern durchaus gewollt ist. Es soll aufzeigen, dass der Bürger selbst nicht mit der Demokratie umgehen kann und ebenfalls korrupt durch Ausnutzung von Schwachstellen agiert, nur um seine eigenen Ich-Interessen zu füttern.

Mutti, ich hab da ein Problem!

Eben wie Parteien, haben den Zukunftsdialog Interessengruppen vereinnahmt. Wer die Masse erreicht, erreicht eben auch hohe Stimmzahlen. So sind das Grundeinkommen (Piraten), die Legalisierung von Drogen (Linke) und die offene Diskussion über den Islam (PI ? Die Freiheit) einige der Themen, die die Deutschen quälen. Nur schießen sich hier diese kleinen Parteien selbst in das Bein, wenn solche Themen ausgelagert und an die Regierung weitergegeben werden. Das Kleinkind was nichts anzufangen weiß mit einem Problem, gibt dieses weiter an die Mutter, damit diese dem Kind erklärt, was zu tun ist. Liberale, Linke und Rechte sind die Kleinkinder. Angela Merkel, die Mitte, die alles wissende Bundesmutti.

Der Zukunftsdialog - Manipuliert, ideologisiert, gescheitert!

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