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Auf Wiedersehen, Facebook!

13.07.12

  08:46:00, von schnasti, 537 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Facebook

Auf Wiedersehen, Facebook!

So, das war´s. Facebook ist für mich ab heute Geschichte. Mein Account ist vorerst deaktiviert, falls ich mich dieser Droge doch nicht entziehen kann. Jedoch bin ich mir ziemlich sicher, dass ich mich dieser Droge genau so entziehen kann, wie dem Nikotin. Und nikotinfrei bin ich immerhin schon seit einem 1 Jahr und 4 Monaten!

Warum diese Entscheidung?

Facebook bietet mir einfach keinen Mehrwert. Das was meine ?Freunde? dort erzählen, interessiert mich oftmals nicht. Gelangweilt reicht ein Blick auf den Usernamen und ich weiß, dass hier nichts sinnvolles oder wissenswertes bei rüber kommt. Mich interessiert auch nicht die Stuhl- oder Haarfarbe meiner ehemaligen Freunde. Und sind wir doch einmal ehrlich: Facebook ist ein Pool von verflossenen Freunden, mit denen man eh nichts mehr am Hut hat. Ja ja, nur weil es bei mir so ist, ist es bei anderen nicht automatisch auch so. Dazu braucht man jedoch nur auf den jeweiligen Wohnort schauen und man weiß ganz genau, wer noch ein wirklicher und wer ein verflossener Freund ist. Sich ein bis zwei Mal im Jahr sehen ist keine Freundschaft mehr. Die Bindung und die Nähe ist dahin und kann selten in ein paar Tagen im Jahr wieder aufgebaut werden.

Allgemein ist es doch so, dass man sich überlegt, wen man noch aus ehemaligen Tagen so kennt, sucht ihn in der Facebook-Suche, findet ihn und fügt ihn als Freund hinzu. Wenn es gut kommt, was selten ist, wechselt man ein paar Wörtchen miteinander und das war es auch schon. Richtige Freunde, welche man regelmäßig sieht, melden sich nicht über Facebook. Entweder telefoniert man miteinander oder kommuniziert über einen Messanger, welcher denselben Dienst tut wie der Facebook-Chat. Wirkliche Freunde bietet mir Facebook daher überhaupt nicht, weshalb dieses angebliche Soziale Netzwerk seinen Namen überhaupt nicht verdient.

Eine weiterer Grund, warum Facebook für mich keinen Nutzen mehr hat, ist, dass eine gewisse Lethargie entsteht und ein ständiges Aufrufen dieser Seite ohne jeglichen Grund stattfindet. Danach frag man sich, warum überhaupt? Hier gibt es nichts, was es woanders nicht auch gibt. Dummerweise gibt es das was es auf Facebook gibt in der Realität auch zum anfassen.

Die Empathie schwindet und der Freund wird zum .jpg

Es gab einmal eine interessante Studie, welche besagte, dass Soziale Netzwerke durch das stupide hin- und herschreiben die Empathie verkümmern lassen. Zwar wurde diese Studie von der anderen Seite wieder widerlegt, was keine große Überraschung darstellt, aber dennoch ist es logisch nachvollziehbar. Wer in einem Gespräch die Körpersprache, die Stimme und Mimik des Gegenüber nicht wahrnimmt, erkennt eben die Gefühlslage desjenigen nicht und kann so nicht angemessen reagieren. Ein simples Beispiel: Ich kann ohne zu zögern schreiben: ?Ich mag Dich nicht? - obwohl meine Gesichtszüge und meine Körpersprache etwas anderes ausdrücken. Ebenfalls kommt es darauf an, wie ich etwas sage. Wenn ich jetzt schreibe: ?Du Vollhorst? - dann klingt das beleidigend, obwohl meine Stimmlage, mit einem Lächeln untersetzt, etwas ganz anderes zum Ausdruck bringt. Dies nimmt der Gegenüber auf. In Foren und Sozialen Netzwerken kommt dies überhaupt nicht zum Ausdruck.

Vielleicht ist es auch das ein Grund, warum Facebook nicht relevant für eine Freundschaft ist und wir uns fragen sollten, ob wir es wirklich unbedingt benötigen. Bei unternehmerischen und organisatorischen Geistern sieht das natürlich anders aus. Dort ist Facebook fast unabdingbar.

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