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23.03.12

  18:23:00, von schnasti, 338 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Politik, Satire

Bundespräsident Joachim Gauck ? Der Befreier

Also langsam wird es gruselig um unseren neuen Bundespräsidenten. Schon vor der Wahl zu diesem machten mir die Medien durch ihre honigsüße Berichterstattung jegliches Vertrauen in diesen Mann zunichte. Wer so viele Lobhudeleien in so kurzer Zeit, oftmals gepaart mit strenger Ehrfurcht und unendlicher Anbetung, auf nur einen Mann ablässt, der kann nur ein schlechtes Gewissen, oder sich der totalen Unmündigkeit unterworfen haben.

Auch die Debatte um Freiheit und Gerechtigkeit macht auf mich den Eindruck, als müssten wir von irgendetwas befreit werden. Jegliche Artikel, welche den Namen Gauck enthalten, enthalten auch die Werte Freiheit und Gerechtigkeit und wie diese ein Herr Gauck interpretiert. Nur von was müssen wir nun eigentlich befreit werden? Leben wir wieder in einer Diktator wie damals der eine Teil von Deutschland, oder was ist geschehen, dass plötzlich die Freiheit und die Gerechtigkeit im Vordergrund dieser Amtseinnahme steht?

Der Verdacht meinerseits ist der, dass durch die inszenierte Ehrfurcht und Anbetung die Mehrheit in diesem knautschig gauckischen Gesicht einen Politiker sehen soll, der die Sorgen der Bürger anspricht. Er soll mit seinen ebenfalls honigsüßen Reden den Nerv der Zeit treffen und somit Hoffnung schaffen. Jene Hoffnung, die ständig von den wirklichen Politikern und anderen Strippenziehern mit Füßen getreten wird. Man ist der Meinung, ein Joachim Gauck könnte wirklich etwas verändern. Gauck hat somit den Auftrag, scheinheiliges Licht in den Bundestag und allgemein in die deutsche Politik zu bringen. Er muss keine Brücke zwischen Ost und West, Muslim und Christ bauen, sondern zwischen Politik und Volk. Er soll das repräsentieren und fordern, nach dem es dem Volk dürstet, nämlich nach Gerechtigkeit und Freiheit, egal in welcher Auslegung das der Einzelne sehen mag.

Joachim Gauck ist der Papa für alles. Er ist derjenige, der nach den verschiedenen geifernden Mündern redet. Er soll Ruhe ausstrahlen und geschürte Ängste nehmen. Er soll schlichten und besänftigen. Er ist der Mann, auf den wir alle gewartet haben. Ich persönlich hätte Gauck den Erlöser zu Ostern vereidigt, um dem Volk zu zeigen, was es mit diesem nicht irdischen Mann wirklich auf sich hat.

22.03.12

  17:19:00, von schnasti, 988 Wörter  
Kategorien: Politik, Vielleicht Unsinn

Politische Manipulation: Wenn der Gegner zu stark wird

Ist in der Bevölkerung durch äußere Einflüsse ein politischer Richtungswechsel gen links zu verzeichnen, so muss ein Gegenpol geschaffen werden, um diese Ideologie auszumerzen. Klingt verschwörungslastig, könnte aber durchaus politisch Intelligent sein, wobei die Geschichte zeigt, dass solche Praktiken sogar zu Lasten von Menschenleben vollzogen worden, siehe den Vortrag von dem Historiker Dr. Daniel Ganser: ?Die NATO und ihre Geheimarmeen? und dem Wikiartikel ?Gladio? (Wenn möglich vor dem Lesen bitte ansehen, beziehungsweise lesen!)

Grob geht es in dem Vortrag um die Etablierung von Geheimarmeen in westeuropäischen Ländern während der Zeit des Kalten Krieges, die von der NATO, der CIA und dem M16 organisiert wurden. Diese dienten dazu, im Falle einer Invasion der Roten Armee, diese durch Sabotage und Guerillataktiken zu schwächen. Dazu wurden mehrere Waffendepots in westeuropäischen Ländern angelegt. Zudem gibt es Beweise dafür, dass diese Geheimorganisationen terroristische Anschläge verübten, um diese später kommunistischen Vereinigungen unterzuschieben. Dadurch entstand in der Bevölkerung ebenfalls eine Abneigung gegen politisch linksgerichtete Parteien. Oftmals gingen die inszenierten Anschläge, die auch Todesopfer in der Zivilbevölkerung forderten, mit einem Aufleben linker Ideologien einher.

Da mir dieser Vortrag, der zwar äußerst spannend wie logisch erscheint, zu viel in der Verschwörungskiste kramt und stellenweise doch etwas sehr grotesk erscheint, mach ich dieses spannende Thema nicht an inszenierten Terrorismus, sondern an simplen, vielleicht teilweise inszenierten Geschehnissen fest.

Was erzeugen tägliche Nachrichten für Gedanken, in denen ständig die Rede von Wirtschaftskrise, steigenden Kosten und Weltuntergang ist? Dieser Gedanke musste nicht einmal gedacht werden, denn er tauchte ebenfalls breit in den Nachrichten auf und entfachte eine ebenso ausgiebige Debatte: ?Hatte die Linke doch Recht?? Doch auf die Dauer sollte so eine Schiene nicht gefahren werden. Gerade dann nicht, wenn die Auswirkungen einer Krise in der Gesellschaft ankommen ist. Deshalb erleben wir immer wieder, dass das Thema Euro-Krise erst ganz heiß, und mit einem Mal überhaupt nicht mehr gekocht wird. Wie vielleicht mitbekommen ist die Griechenland- und Euro-Krise nach dem letzten Rettungspaket im März 2012 komplett aus den Medien verschwunden.

Die Richtung solch einer Krise dürfte nämlich, wo Banken gerettet werden und die Lebenshaltungskosten immer mehr auf das Portmonee der Bürger drücken, ein klarer Linksruck sein: ?Die dort oben werden auf Kosten der Allgemeinheit vollgestopft und wir nagen immer mehr am Hungertuch? Hier ist es spätestens an der Zeit, eine Gegenmaßnahme zu starten, damit dieses Denken, welches leider zu oft politisch instrumentalisiert wird, nicht zu viel Zustimmung erhält. Hier glaube ich, kam das Buch von Thilo Sarrazin im Jahr 2010 und die darauf folgende Debatte wie gerufen. Alle Medien stürzten sich wie die Geier auf dieses Thema. Jeder redete, auch viele heute noch, über das Buch und dessen extra provokanten Thesen. Damit war dieses Buch ein Meisterwerk der Provokation und erreichte somit die Mehrheit der Bürger, selbst wenn es nur die wenigsten wirklich gelesen haben. Der Linksruck dürfte hiermit einen enormen Dämpfer erlitten haben.

In derselben Zeit wurde die vielleicht inszenierte Kampagne der schmarotzenden Hartz-IV-Empfänger enorm in die Hirne der Bevölkerung durch gewisse Dübel eingepflanzt. Außerdem war der größte prozentuale Anteil der hier in Deutschland lebenden Migranten abhängig vom Staat, so zumindest die Auslegung gewisser Medien. Genau diese Berichterstattung konnten wir vor kurzem erneut erleben, wo 20 Prozent junger befragter Muslime die Anpassung an Deutschland und dessen Werte ablehnen. Das Ganze soll nun nicht heißen, dass dies nicht der Wahrheit entspricht - nur sind Hartz-IV-Empfänger und Migranten Schuld an der finanziellen Lage von Griechenland, Spanien, Portugal und weiteren EU-Ländern? Nein, diesmal hat der Grieche über seine Verhältnisse gelebt. Es wäre natürlich auch unsinnig zu behaupten, dass ein Arno Dübel oder die Migranten Schuld an der Finanzkrise in Griechenland hätten.

Doch auch hier wurde eine Art Nationalstolz geschürt. Die Griechen wollen nur unser Geld und nichts dafür tun. Wir, die Deutschen, welche wirtschaftlich so verdammt super dastehen und sparen, müssen andere Faulpelze mit durchfüttern. Der vorbildliche Deutsche, der sich nach Strich und Faden an der Nase herumführen lässt, dürftehier wohl eher passen ;)

So, was kam dann. Ach ja, die anfänglich titulierten ?Döner-Morde?. Ein wunderbares Beispiel für die Trivialisierung und Relativierung von Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund. Ein paar Monate zuvor kam es in Berlin zu einer Serie von Brandanschlägen auf über hundert Autos. Hier wurde merkwürdigerweise sofort von einer feigen linksextremistischen Terror-Tat gesprochen und auch ausgiebig darüber debattiert. Später stellte sich jedoch heraus, dass der Täter vollkommen frei von irgendwelchen ideologisch politischen Irrsinn war, was natürlich wenig bis gar keine Beachtung in unserer Presse fand. Doch ein paar Monate später hatten wir dann endlich unsere linksextremistischen Terroranschläge. Diesmal nicht auf Autos, sondern auf die Bahn. Angeblich bekannten sich hier Linksextreme mit einem Bekennerschreiben zu der Tat. Bis heute ist jedoch kein Tatverdächtiger ermittelt wurden. Die ?Döner-Morde? wurden dann natürlich äußerst lebhaft debattiert. Nur sollte man bedenken, dass hier keiner diese Debatten unter den Tisch fallen lassen konnte. Nach dem Abebben der Diskussionen kam wieder einmal die politische Frage über ein Verbot der NPD auf. Heute spricht darüber keiner mehr, sondern durch gewisse Gaukler eher über ein Verbot der Linkspartei.

Zurzeit sind ebenfalls noch andere nennenswerte Ereignisse zu beobachten, die in das Schema der ?Gladio? passen. So ist der Wahlkampf in Frankreich äußerst interessant, da vor geraumer Zeit die sozialistische Partei Parti Socialiste mit ihrem Präsidentschaftskandidaten François Hollande angeblich vor Nicolas Sarkozy und seiner UMP lagen. Das Blatt wendete sich dann plötzlich wie von Geisterhand, als eben die Krisennachrichten wie oben erwähnt im März 2012 nach dem sicherlich noch nicht letzten Rettungspaket für Griechenland aus der Presse verschwanden. (Quelle - Datum beachten!) Wenn wir uns jetzt noch die vor fünf Tagen aufgetauchte Meldung über Nicolas Sarkozy und seinem sogenannten Rechtsruck und das jetzige Ereignis in Toulouse ansehen, könnte man wieder eine Verbindung aufbauen, wobei das meiner Meinung schon sehr in eine Verschwörungstheorie mündet, da überhaupt keine Beweise dafür existieren. Außerdem könnte dieses Ereignis auch Marine Le Pen und ihrer Front National zugute kommen.

Auf was ich jetzt jedoch gespannt bin, ist die Beendigung der französischen Präsidentschaftswahl im April/Mai 2012. Mal sehen, ob danach die Nachrichten über die Euro-Krise wieder vermehrt auftauchen.

20.03.12

  19:06:00, von schnasti, 251 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Satire

Unlustige Videospielkommentatoren in YouTube-Videos

Oder: Computerspieler schaffen sich ab

Wenn ich mir diverse YouTube-Videos zu verschiedenen PC-Spielen so anschaue, dann fällt auf, dass immer mehr Kommentatoren dieser Videos versuchen, ihr Publikum zu unterhalten. Selbst bei redaktionellen Spiele-Tests scheint es sich zu lohnen, voller Inbrunst unlustig zu sein.

Doch wahrscheinlich ist das der neue Lifestyle-Trend. Passend zum Spiel benehme ich mich dementsprechend dämlich. Das Publikum scheint auch nicht abgeneigt von immer erbärmlicheren Computerspielen, also werden sie auch nicht abgeneigt gegenüber dümmlichen Kommentaren in Gameplay-Videos von Computerspielen sein. Nur fragt man sich dabei, ob die Kommentatoren wirklich so verdammt degeneriert sind, oder sich nur inkognito-enthusiastisch dämlich geben, weil das Publikum darauf abfährt.

In diesen Videos ist ebenfalls zu beobachten, dass inhaltlich überhaupt nicht auf das jeweilige Spiel eingegangen wird. Alles was dort in diesen Videos passiert, ist, dass sauer gesprochene Worthülsen die Münder der wahrscheinlich degenerierten, oder der inkognito-enthusiastisch dämlichen Kommentatoren, verlassen. Ich bin ja der Meinung, dass diese Kommentaren nicht geistig unterkühlt sind, sondern sich nur der allgemein einheitlichen Comedy, welche oft auch im TV vertreten ist, anpassen, um somit die plumpen Hirne der Wiedergänger überhaupt noch zu erreichen.

Nur steht es wirklich schon so schlimm um die Gamer-Gemeinde, frei nach Idiocracy? Bedarf es nur noch einen Brei aus verbaler Einheitssülze, die sich dem Content des Spiels anpasst? Sozusagen schlicht, grobmotorisch, kurzlebig und trivial, abgekürzt: Diablo III? Ist es nicht so, dass Spiele in ihrer Komplexität immer mehr abnehmen und dafür Spiele entstehen, die die Spieler der alten Schule nicht mal mit der Kneifzange anfassen würden?

Schlagworte: comedy, diablo 3, gamer, games, satire

19.03.12

  14:52:00, von schnasti, 819 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft

Die Eigenverantwortung benötigt grenzenlose Freiheit

Ich hätte gern den Begriff Liberalität in die Überschrift gepackt, nur würde das eine politisch ideologisch verdrehte Art des Freiheitsbegriffs übermitteln. Denn Liberalität, so wie es die FDP versteht, und neuerdings auch unsere Vorzeigeobjekt Joachim Gauck, ist nicht die Art von Freiheit, die wirklich Freiheit schafft.

?Nur mit Eigenverantwortung ist der Gang in die Freiheit möglich.?

So in dieser Form denkt und drückt sich unser neuer Bundespräsident Joachim Gauck aus. Die Vermittlung von grenzenloser Freiheit steht jedoch meiner Meinung auf einem anderen, schon beschriebenen Blatt. Es ist das beschriebene Blatt, wo die Freiheit in Verbindung mit einer ideologischen Doktrin gebracht wird. Die Doktrin der Eigenverantwortung in Verbindung mit: Jeder gegen Jeden. Die Doktrin der systembedingten Freiheit. Diese Freiheit, die einhergeht mit der Eigenverantwortung, ist jene römische Dekadenz des Guido Westerwelles. Niemand soll nach dem Staat rufen und selbst die Zügel in die Hand nehmen. Niemand soll sagen, dass dieser Job unterbezahlt ist und gefälligst auch für nichts den Besen schwingen, damit er den Steuerzahlern nicht auf der Tasche liegt. Nicht die anderen haben schuld an deinem Status quo, sondern du allein bist schuld daran.

Das eigentlich perverse an dieser Ideologie ist jedoch, dass genau das ein Rufen nach dem Staat hervorruft, indem dieser immer mehr Löhne subventionieren muss. Da jedoch nicht das Unternehmen mit dem Staat, sondern das Unternehmen mit dem Arbeitnehmer einen Vertrag abschließt, gilt dies wahrscheinlich als eigenverantwortlich, obwohl es genau das Gegenteil ist. Hier ruht sich, wie z.b. die Leiharbeit und viele andere Unternehmen, genüsslich auf dem Rücken des Staates aus und spuckt von oben auf die Eigenverantwortung, die hier gegeben sein müsste, um den Angestellten einen Lohn zu zahlen, der ohne Subventionen auskommt.

Diese Art der neuen Eigenverantwortung führt nicht nur zu einer Einschränkung von Freiheit der Lohnabhängigen, sondern ebenfalls zu einer Vorteilnahme gegenüber der Konkurrenz, die bei solchen Konditionen nicht mehr mithalten kann. Natürlich kommt hier wieder die marktkonforme Eigenverantwortung ins Spiel. Der Lohnabhängige und der nun pleite gegangene Unternehmer kann in seiner Eigenverantwortung alles tun und lassen was er will, um aus dieser Situation herauszukommen. Das Problem ist hier nur, dass er natürlich aus dieser Situation austreten kann, jedoch oftmals, Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, in dieselbe Situation wieder hineinrutscht. Zudem braucht ein Unternehmen Arbeiter, um überhaupt unternehmerisch tätig sein zu können. Das vergessen die meisten Prediger von Freiheit, dass nämlich die Eigenverantwortung in einem Unternehmen keinen Platz für einen Arbeitnehmer hat. Dort sollen diese nämlich brav gehorchen und ihre Eigenverantwortung gefälligst zu Hause lassen.

Und die meisten derer sind nun mal abhängig von einem Unternehmen, weil es gar nicht anders funktioniert! Alle Bürger selbstständig und "erfolgreich"? Unmöglich! Deshalb müssen wir weg von irgendwelchen marktkonformen Geseier, was ständig in das Gegenteil von dem münzt, was es eigentlich aussagt. Es ist einfach nicht möglich, dass in dieser gegebenen Situation Freiheit möglich ist, wenn sich die Vorteilnahme auf bestimmte marktkonforme Regeln beruft. Es ist unmöglich zu behaupten, dass Eigenverantwortung zu Erfolg führt, wenn andere schon gewisse begrenzte Plätze inne halten. Nicht umsonst wird nach der fünften Klasse aussortiert. Wir brauchen nicht Millionen von Ärzte, Anwälte und Unternehmer. Wir sind eine Gemeinschaft, wo der Arzt und der Anwalt auch eine Gehilfin oder einen Helfer braucht. Genauso wie wir den Arzt benötigen, benötigen wir einen Friseur. Ein Bauunternehmen, eine Zeitarbeitsfirma und viele andere Branchen benötigen Angestellte, deren Löhne oftmals kaum über die Grenze der Grundsicherung hinausgehen.

Und genau hier will man der Masse mit der Floskel der Eigenverantwortung kommen? Man macht sich ja geradewegs lustig über jene Berufe, wo das Gehalt an der Armutsgrenze kratzt oder darunter liegt: ?Wie blöd seid ihr eigentlich, dass ihr solchen Berufen nachgeht, es gibt doch die Eigenverantwortung, welche die Fesseln der Unmündigkeit sprengt und völlige Freiheit zulässt?.

Doch vielleicht sollten die Bürger wirklich einmal anfangen und Eigenverantwortung übernehmen. Vor allem dort, wo die Abhängigkeit ihr jegliche Eigenverantwortung vorschreibt und abnimmt. So sollte man kein Arbeitsverhältnis mehr eingehen und nur noch selbstständig tätig sein. Nebenbei sollte sich jeder einen kleinen Garten anlegen, womit er sich selbst versorgen kann. Das Auto stehen lassen gehört ebenfalls dazu. Alle Versicherungen gilt es zu kündigen. Wenn möglich, sollte man sich komplett frei von Zwängen machen. Wenn dies geschafft ist, was ich keineswegs für nötig halte und befürworte, dann ist eine vollkommene Eigenverantwortung geschaffen. Doch absurderweise würde dann, wenn die Masse diesen utopischen Weg gehen würde, eben diese Form der marktkonformen Eigenverantwortung wie wir sie jetzt vorfinden nicht mehr funktionieren. Jetzt würden diejenigen nach Freiheit schreien, die angewiesen sind auf jene, die nun die eigentliche Eigenverantwortung nutzen, indem sie sich frei von Zwängen gemacht haben.

Nur auch das soll nicht der Maßstab sein, da auch hier nur eine Richtung wegweisend wäre. Nicht jeder kann damit etwas anfangen und würde sich gezwungen und eingeengt fühlen. Nur es zeigt eben sehr schön die Probleme auf, die diese hohlen ausgegebenen, marktkonformen Phrasen von Gerechtigkeit, Freiheit und Eigenverantwortung mitbringen. Diese Phrasen dienen im Enddefekt nur dem Erhalt des jetzigen Status quo.

18.03.12

  10:08:00, von schnasti, 366 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Politik, Wirtschaft, Medienmanipulation, Gesellschaft

Was versteht ein Joachim Gauck unter Gerechtigkeit und Freiheit?

Heute, am Sonntag den 18.03.2012, wird Joachim Gauck, Pfarrer und Überheld, einstimmig zum Bundespräsidenten gewählt, wobei Wahl hier eindeutig das falsche Wort darstellt. Eine Wahl ist das nicht, sondern eher eine Aushandlung um den besten Abnicker und Jasager, wobei die Aushandlung schon vorher unter allen anderen Abnickern stattfand. Obligatorisch ist natürlich diese Scheinwahl und eine große Aufmachung darüber in den Medien von Nöten, damit es nicht ganz so trostlos herüberkommt.

Ein weiterer Aufmacher in den Medien über Herrn Gauck ist die heroische Darstellung dessen Werte wie Gerechtigkeit und Freiheit. Das Volk muss nämlich wissen, dass Joachim Gauck die Freiheit und die Gerechtigkeit mit dem Löffel gefressen hat. Herr Gauck ist somit ein Freiheitskämpfer für die Gerechtigkeit. Er ist der antimarxistische Che Guevara des Westens, neuerdings versteht sich.

Aber die damaligen Ereignisse um die friedliche Revolution in der DDR spielen dabei keine große Rolle. Genau so spielt die schauspielerische Rolle des Joachim Gauck´s aus dieser Zeit keine Rolle. Was aber eine Rolle spielt ist die Frage, wo der Freiheitskämpfer Gauck war, bevor er einstimmig zum Bundespräsidenten gekürt wurde. Wo war Che Gauck, als die Hartz-IV-Reform erlassen und dadurch Millionen von Menschen in ihrer Freiheit beraubt wurden, einen Job ihrer Wahl annehmen zu können? Wo kämpfte Che West Gauck für Gerechtigkeit in den Schulen, damit alle Kinder eine gerechte Chance auf Bildung haben? Wo ist der Supermann Gauck gewesen, als die Zeitarbeit eingeführt wurde und damit hunderttausende Lohnabhängige für einen Hungerlohn schuften gehen durften und immer noch dürfen, wobei der ein oder andere sogar dazu gezwungen wurde?

Vielleicht ist aber Joachim Gauck nach dem Amtsantritt zum ersten Mann, oder sagen wir besser: zur ersten Fahne im Wind des Landes, so gerecht und freiheitlich ambitioniert, dass er in einer wachstumsorientierten Gesellschaft und Politik wirklich anfängt für Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen. Das ist natürlich ein großer Widerspruch in sich, da Wachstumsorientierung und marktkonforme Gedankenspiele durch die zweite Fahne im Wind keine Gerechtigkeit und Freiheit zulässt. Doch Joachim Che West Gauck wird sicherlich nach seiner Pseudowahl damit anfangen und sich diversen Freiheits- und Gerechtigkeitskämpfern auf der Straße anschließen und mit diesen gegen die immer weiter fortschreitende Marktkonformität, welche Freiheit und Gerechtigkeit so langsam aussehen lässt wie in der damaligen Zone, ankämpfen.

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