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16.04.12

  10:30:00, von schnasti, 334 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Politik, Gesellschaft

Der Placebo-Effekt durch die Piratenpartei

Die Zustimmung sowie die Umfragewerte der Piratenpartei wachsen enorm. Der zurecht angestaute Unmut äußerst sich nun, ob Protest oder nicht, in einer fast schon naiven Haltung gegenüber dieser neuen Partei. Doch müssen die Großen wirklich Angst haben, so wie es die Anhängerschaft der Piraten oftmals propagiert?

Irgendwie beschleicht mich das komische Gefühl, dass der wachsende Unmut gekonnt und gewollt auf diese Partei umgeleitet wird, was sich nun positiv auf die Wahlergebnisse für die Piraten schlägt. Weg von der Straße, ab in neue Lager. Ein Placebo-Effekt, um die Angst, die in der Form einer wirklichen Bürgerbewegung steckt, zu vermeiden. Der Protest soll sich in Grenzen halten und auf altbewährtes gelenkt werden. Der Protest soll sich im Parlament oder im virtuellen Netz abspielen, aber niemals real existieren. Der Wähler soll das Gefühl einer neu anbrechenden Zeit bekommen, in der er erhört und wahrgenommen wird.

Die Themen und die Richtung der Piraten sind dadurch nicht weniger wichtig und uninteressant. Gewisse Inhalte der Piratenpartei sind von enormer Wichtigkeit für unsere gesellschaftliche Zukunft und den immer weiter ausufernden Lobbyismus in der Politik. Die Frage nach der Umsetzung ist das große Problem und hier haben die Piraten einfach wenig Antworten parat. Die große Frage nach einem BGE und dessen Finanzierung wird dieser Partei womöglich irgendwann sauer aufstoßen. Denn realistisch betrachtet, selbst wenn der große Bürokratie-Apparat wegfallen sollte, ist dieses Unterfangen kaum zu bewerkstelligen, da das BGE für alle Bürger gilt und nicht nur für ein paar Millionen. Und erste realistische Ansätze für ein BGE gibt es bereits. 400 Euro plus Mietzuschuss heißt dieses aus gewissen Kreisen der Piratenpartei.

Nur ist eben diese Summe genau das, was gewisse jetzige und ältere Koalitionen wollen. Ein weiterer Anreiz für Unternehmen, hier in Deutschland Fuß zu fassen, sowie ein weiterer Zwang für den Bürger, jede erdenkliche Arbeit anzunehmen. Hier greift genau das Gegenteil, was viele Piratenparteianhänger sich vorstellen. Dabei frag ich mich, ob über solche Themen weiter nachgedacht wird oder hier dasselbe passiert, was Sie anderen Wählern nachtragen, nämlich Naivität gegenüber von Prestige behafteten Personen.

15.04.12

  19:18:00, von schnasti, 303 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung

Fraktionszwang - Kritiklos, treu und geradlinig bis in den Tod

Die Parteien CDU, FDP und SPD wollen laut Pressemeldungen mit einem Gesetzesentwurf, über dem am 26. April abgestimmt wird, alle Abgeordneten stärker kontrollieren. Die Kontrolle heißt hier schlicht, es dürfen nur noch diejenigen ihre Phrasen in die Luft blasen, die ihrer Partei treu und unterwürfig dienen und somit ebenfalls linientreu der ideologischen Weisheit des neuen Denkens folgen.

All das klingt wie ein übler Scherz, fast gar wie eine Ente, wenn es nicht schwarz auf weiß überall geschrieben stehen würde. Unsere Bundesregierung zieht hier wirklich in Erwägung, nur noch die reden zu lassen, welche kritiklos Einstimmigkeit vermitteln. Der Anstoß soll angeblich die Zulassung durch den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert sein, der bei der Abstimmung über den Euro-Rettungsschirm auch kritische Stimmen durch Klaus-Peter Willsch (CDU) und Frank Schäffler (FDP) zuließ. Eigentlich ist dieser neue Gesetzentwurf ein klarer Verstoß gegen das Grundgesetz Artikel 38, doch durch die Dringlichkeit der Systemwahrung wohl von Nöten.

Diese Szenerie die sich hier abspielt, ist meine ständige Kritik gegen ein auf bestimmten Zwängen aufgebautes System. Diese Zwänge werden irgendwann selbst Zwänge benötigen, um die Zwänge aufrecht halten zu können, weshalb der Zwang von einem jetzt schon kritiklosen Geschwafel in der Politik, zu einem vollkommenen, mit hohlen Phrasen überzogenem, Endlosgeseier verkommt, was ständig Lobeshymnen in die Menge spritzt, siehe unseren neuen, ach so freiheitsliebenden Joachim Gauck. Und diese Szenerie wird sich fortsetzen. Bis in jede noch so kleine Furche unseres Lebens wird sich dieser Zwang drängen. Wir müssen wachsen, wachsen und nochmals wachsen. Über uns hinaus wachsen müssen wir und unsere körperlichen sowie seelischen Bedürfnisse verdrängen, am besten ganz beiseite schieben, nur um das Wachstum zu befriedigen, bis die Mehrheit wieder reif ist für einen "Neuanfang".

Und dieser Zwang wird einhergehen mit diesem Neuanfang und kann, nein er wird auch mit Gewalt vollzogen. Er wird Kriege auslösen und Menschen auslöschen. Die Geschichte wird sich wiederholen.

14.04.12

  11:29:00, von schnasti, 514 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Politik, Gesellschaft

Das klägliche Scheitern des Zukunftsdialogs

Der Zukunftsdialog unserer Regierung war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Eine Internetseite, die die Wünsche der Mehrheit der Bürger Deutschlands aufgreifen sollte, mutierte kurzerhand durch technische Fehler zur ideologischen Kampfplattform. Doch nicht nur die Manipulation der Stimmen durch fehlende Captchas und Cookielöschung ist das Problem, sondern das ganze Projekt und seine Initiatoren.

Die Auslagerung und die damit einhergehende Thematisierung durch die Regierung

Die Frage nach dem Warum und Weshalb unsere neuerdings ach so bürgernahe Kanzlerin Angela Merkel und ihre Partei einen Zukunftsdialog im Netz installierte, ist schnell erklärt. Der wachsende Unmut, Wahlkampf und die Thematisierung von Problemen in vielen Foren und Blogs zwang unsere Regierung zum Handeln. Es musste etwas initiiert werden, was den Anschein erweckt, dass etwas getan wird und unsere Regierung nun anfängt, sich für die Probleme der Bürger zu interessieren und diese zu thematisieren. Die Verlagerung von Diskussionen durch PR hat funktioniert. Durch Pressemeldungen wird der Anschein erweckt, dass eine rege Beteiligung stattfindet. Die Zornigen bekommen ihre Chance, in dem Sie für ihr Thema abstimmen. Um so mehr Stimmen, desto mehr besteht die angebliche Chance, etwas zu verändern. Denn die mit den meisten Stimmen versehenen Vorschlägen landen auf dem Tisch der Regierung und werden mit den Fragestellern und Frau Merkel persönlich diskutiert. Bürgernah eben, ist nun unsere neue Frau Merkel.

Die Webseite des Zukunftsdialogs ist ein Spielplatz für den Unmut

Ein weiterer Sinn dieser Inszenierung von Bürgerbeteiligung ist der, dass der Unmut endlich einmal direkt an unsere Regierung, bestenfalls an die Kanzlerin, weitergegeben werden kann. Zwar dürfte sich Frau Merkel einen feuchten Dreck um die Fragen und Vorschläge der Bürger, oder sagen wir besser, Interessengruppen, scheren. Jedoch ist diese Art und Weise ein gewaltiger Tummelplatz, um seinen Frust nicht nur in einer sinnbefreiten Facebook-Gruppe oder einen Blog abzulassen, sondern direkt an der Quelle allen Übels. Die fröhliche Gewissheit, dass das ?beste? Thema mit den Fragesteller persönlich bei Angela Merkel landet, macht diesen Unsinn um so attraktiver für Manipulation. Der einzelne Bürger unterliegt dann wie so oft nur Interessengruppen und nicht seinen eigenen Gedanken, wobei das Parteidenken anfängt und die Vernunft aussetzt.

Ist das Scheitern politisch gewollt?

Eben durch die leicht zu manipulierenden Ergebnisse und das Aufzeigen dieser, kommt der Verdacht auf, dass hier ein Scheitern durchaus gewollt ist. Es soll aufzeigen, dass der Bürger selbst nicht mit der Demokratie umgehen kann und ebenfalls korrupt durch Ausnutzung von Schwachstellen agiert, nur um seine eigenen Ich-Interessen zu füttern.

Mutti, ich hab da ein Problem!

Eben wie Parteien, haben den Zukunftsdialog Interessengruppen vereinnahmt. Wer die Masse erreicht, erreicht eben auch hohe Stimmzahlen. So sind das Grundeinkommen (Piraten), die Legalisierung von Drogen (Linke) und die offene Diskussion über den Islam (PI ? Die Freiheit) einige der Themen, die die Deutschen quälen. Nur schießen sich hier diese kleinen Parteien selbst in das Bein, wenn solche Themen ausgelagert und an die Regierung weitergegeben werden. Das Kleinkind was nichts anzufangen weiß mit einem Problem, gibt dieses weiter an die Mutter, damit diese dem Kind erklärt, was zu tun ist. Liberale, Linke und Rechte sind die Kleinkinder. Angela Merkel, die Mitte, die alles wissende Bundesmutti.

Der Zukunftsdialog - Manipuliert, ideologisiert, gescheitert!

  10:13:00, von schnasti, 406 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Politik, Wirtschaft, Medienmanipulation, Gesellschaft

Die Verblendung mit dem Klischee des unwilligen Arbeitslosen

Ganz ungeniert und ohne rot zu werden geht der steile Weg der Verblendung weiter. Wieder einmal ist der unwillige Arbeitslose immer mehr damit beschäftigt, sich den Vorgaben der Arbeitsämter zu entziehen. Die Sanktionen gegen Arbeitslose steigen, wie so oft.

Wie oft durften wir es schon lesen. Nur der Hilfeempfänger macht Fehler und ist nicht gewillt, sich an die Vorgaben der Jobcenter zu halten. Demnach steigt die Anzahl der Sanktionen gegen immer mehr unwillige Arbeitslose, die ihre Wiese, auf der ihr immer wieder die gebratenen Hähnchen nur so in das offene Maul fliegen, nicht mehr verlassen wollen. Scheinbar sind 374 Euro Regelsatz noch zu viel, da der böse Hilfeempfänger selbst Sanktionen von 30 bis 100 Prozent in Kauf nimmt, was wiederum suggeriert, dass er einer Schwarzarbeit nachgeht und somit der Allgemeinheit doppelt auf der Tasche sitzt.

Das alles wird es sicherlich geben, nur wer zählt die Sanktionen, die zu Unrecht verhängt wurden? Die meisten Sanktionierten werden ihre Sanktion nicht einmal auf ihr Recht geprüft haben. Die Quote der monatlichen Einsparung durch Sanktionen muss ja ebenfalls geschafft werden. Zudem kommt die Erpressung eben durch solche Sanktionen, so dass der Arbeitslose den unmenschlichsten und unwürdigsten Job annehmen muss, den man ihnen vorschreibt. Dann wundert man sich wieder, weshalb gerade viele arbeitslose Jugendliche keine Lust haben und sich lieber einen Krankenschein holen oder Nebenbei Geld verdienen, als für ein paar Almosen den Kot der ach so fleißigen Bürgerschaft wegzuräumen.

Aber nein, das sind ja keine Almosen. Es sind Löhne die wir benötigen, um unser marodes Wirtschaftssystem am Leben zu halten. Wir brauchen also die Idioten, die für 80, 160, 300, 400 und 800 Euro im Monat einen Spagat vorführen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Wir brauchen lukrative Gelegenheiten für Unternehmen und um die Arbeitslosenzahlen so aussehen zu lassen, damit der Schwindel des Wohlstands für Alle nicht auffliegt. Deshalb sind auch immer mehr Sanktionen nötig. Der Sozialstaat benötigt das Geld zur Subventionierung von Löhnen, weshalb bald jeder Arbeitslose irgendwas macht außer zu Hause zu sitzen. Der Druck wird noch größer werden, weshalb auch immer wieder die Rede von unwilligen Arbeitslosen sein wird. Das Bild des faulen, schmarotzenden Pack muss in die Köpfe eingetrichtert werden. Dieses Bild muss auch denjenigen begleiten, der die Stütze erhält, damit dieser aus der Angsthaltung der Verspottung jeden Ausbeuter-Job annimmt.

Den Titel des Schmarotzers ist er dann vielleicht los. Der Wert seiner Arbeit am Monatsende zeigt ihn jedoch immer noch, dass er trotz Arbeit ein faules Schwein ist und sich nun immer noch nichts leisten kann.

13.04.12

  09:45:00, von schnasti, 333 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Brot und Spiele, Medienmanipulation, Gesellschaft

Grass-Gedicht - So schlimm und doch ständig erwähnenswert

Ich habe mir nun zum zweiten Mal das Gedicht von Günter Grass durchgelesen, da ich die Befürchtung hatte, irgendetwas überlesen haben zu müssen bei der ständig weltuntergansstimmungsmäßigen Berichterstattung über dieses Gedicht in unserer Presse.

Nur so richtig kann ich der hysterischen Kritik der meisten Journalien und dessen Gossenschreibern nicht folgen. Das Gedicht richtet sich weder gegen das Volk der Juden, noch gegen deren Religion, weshalb die Kritik, die meist aus Antisemitismus besteht, völlig kurios und urkomisch erscheint. Was hat dieses Gedicht also an sich, dass es so oft erwähnt wird, obwohl es doch so falsch und voller Hass ist?

Die Meldungen über Günter Grass überschlagen sich förmlich in der Presse. Kein Tag ohne einer neuen Meinung über die Zeilen von Günter Grass, in denen dieser die politische Haltung Israels an den Pranger stellt. Die meisten Meinungen sind so ziemlich belanglos, allenfalls geradlinig opportun langweilig. Die Gleichschaltung der Presse, wobei man das Wort ?Gleichschaltung? nun wegen seiner Nazivergangenheit nicht mehr sagen darf, ist hier hervorragend erkennbar. Gewisse Themen sind eben nur aus einer Sicht zu diskutieren. Die Keulen der Vergangenheit und Gegenwart werden geschwungen was das Zeug hält.

Nur, warum wird hier ein langweiliges Gedicht so auseinander genommen? Schürt denn nicht gerade die einhellige Berichterstattung in der Mainstreampresse die Bedeutung des Gedichts, allenfalls sogar Sympathien? Fängt der Geist nicht an zu kritisieren, wenn einstimmig dieselbe Meinung kundgetan wird? Jetzt sagt der ein oder andere zwar, dass es auch Befürworter gab. Das mag richtig sein und gerade in der unendlichen Weite des Internets sonnenklar, aber was ließt der Kern, das Herz der Bevölkerung, die Masse? Ein Blick in die Leserzahlen der jeweiligen Journalien reicht. Ein Blick in das Café am Morgen reicht aus, um zu bestimmen, was das Volk so ließt. Und dann ist es auch nicht verwunderlich, warum ständig darüber und geradlinig berichtet wird. So wie es aussieht, fängt der Geist der Masse nicht an zu denken, wenn täglich dieselbe Suppe aufgetischt wird. Es scheint gerade umgekehrt. Die Suppe scheint täglich besser zu schmecken.

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