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24.05.12

  09:11:00, von schnasti, 609 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft

Das Wachstum: Unser Allheilmittel und unser Untergang

In den letzten Tagen schallt vermehrt ein Wort durch unsere Medien, was uns nicht nur aus dem Wirtschaftssektor bekannt vorkommen sollte; Das Wachstum! Wachsen ist inn und gerade in der Euro-Krise das Allheilmittel neben rigorosen Sparmaßnahmen.

Wachsen können aber auch andere Dinge; Babys und alle anderen Lebewesen auf unserem Planeten wachsen nicht durch die Vermehrung von Geld, sondern durch die Aufnahme von Nahrung. Diese Lebewesen haben aber einen großen Vorteil gegenüber unserem Wirtschaftssystem. Sie hören irgendwann auf zu wachsen. Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo das Lebewesen ausgewachsen ist. Einige Menschen im hohen Alter schrumpfen sogar, ohne einen Schaden davon zu tragen. Zwar müssen diese Lebewesen trotzdem weiterhin Nahrung zu sich nehmen, aber bleibt die Menge konstant und wird nicht täglich mehr. Unsere Wirtschaft hingegen ist schon bei einer Stagnation dem Untergang nahe.

Warum muss unsere Wirtschaft eigentlich ständig wachsen?

Wer Schulden macht, um beispielsweise Arbeitsplätze und Fortschritt zu schaffen, muss diese bekanntlich irgendwann wieder zurückzahlen. Deshalb ist es nötig, dass das Kapital wächst, damit diese Schulden, ob privat oder staatlich, getilgt werden können. Siehe Griechenland, wo die Ausgaben, sozusagen das Schuldenmachen, über lange Zeit viel größer war als die Einnahmen, so ist die Staatspleite irgendwann nahe. Zudem gesellt sich zu dieser Misswirtschaft das Problem, dass sich verschuldete Staaten nur frisches Geld zu höheren Zinsen leihen können, was das Problem noch weiter verschärft. Man sagt, diese Vorgehensweise solle pädagogische Wirkungen auf die jeweiligen Staaten haben. So sollen gut wirtschaftende Staaten mit niedrigen Zinshöhen beim erneuten Schuldenmachen belohnt werden.

Der vermeintliche Vorteil des stetigen Wachstums

Die ausschlaggebende Meinung vieler Ökonomen und Politiker ist, dass der Wohlstand nur zustande kommt, wenn die Wirtschaft stetig wächst. Wohlstand bedeutet in diesem Fall die immer weitere Verbesserung der Lebensqualität. Nur hier stimmt irgendetwas nicht. Wohlstand muss erarbeitet werden. Erzwungener, stetig wachsender Wohlstand bedeutet einen stetigen Mehraufwand und gegebenenfalls den Bankrott, sollte das Wachstum ausbleiben. Wachstum ist vielleicht ein Motor für den Wohlstand, das ist richtig, aber kein Allheilmittel. Wachstum schafft Wohlstand, solange das Wachstum ohne Zwang erfolgt und nicht durch Korruption und Monopolisierung aufgefressen wird.

Die Idiotie am stetigen Wachstum

Konkret heißt das, dass Schulden nötig sind, um überhaupt richtig wirtschaften und Leben zu können. Es ist ein Kreislauf, der Alltag, Familie und alles andere in unserem Leben bestimmt. Es ist eine Ideologie im bigottem Gewand, wobei ein Wechsel selbst bei übermäßiger Verschmutzung alternativlos erscheint. Aber das ist falsch, auch wenn es Angela Merkel, und jetzt auch Francois Hollande, ständig alternativlos in einer Endlosschleife predigen. Stetiges alternativloses Wachstum bedeutet im Enddefekt und grob ausgedrückt nichts weiter als eine Diktatur, da es kein entrinnen aus dieser Endlosschleife gibt und man alles tun wird, um dieses Konstrukt beizubehalten.

Wohlstand und Wachstum sind zwei paar verschiedene Schuhe

Wohlstand kann für den einen eine warme Suppe, für den anderen wiederum eine Yacht oder ein schönes Auto darstellen. Menschen sind in dieser Auffassung nämlich nicht alternativlos, sondern individuell mehrstimmig. Und hier kann es nicht sein, dass viele den Wohlstand anderer mit ihrer Arbeitskraft bezahlen. Es kann und soll natürlich Individualität in der Entlohnung geben, aber es kann niemand verlangen, dass andere ihm die Euros ohne, oder nur gegen eine geringe Gegenleistung, hinterher werfen. Diese Verteilung braucht natürlich ebenfalls mehr Wachstum und immer weitere Sparmaßnahmen. Am Ende ist es unser Untergang, weil die Schuldenlast zu hoch ist und der ungleiche Wohlstand nicht mehr bezahlt werden kann. In Griechenland, Spanien und Portugal hat das Aufbegehren gegen diesen Mechanismus, natürlich unter Vereinnahmung politischer Interessen, längst begonnen. In Deutschland, dem Land der Dichter und Denker, hat das Volk Hartz IV, Leiharbeit, Kurzarbeit, 1-Euro-Jobs, Lohnverzicht und viele andere Maßnahmen hingenommen, um dem entgegenzuwirken. Dabei stellt sich die Frage: Wie lange geht das noch gut?

10.05.12

  10:32:00, von schnasti, 401 Wörter  
Kategorien: Politik, Brot und Spiele, Medienmanipulation, Gesellschaft

Wir alle sind verkappte Zombies ohne eigenen Willen

In vielen Diskussionen rund um die Meinungsbildung und Manipulation kommt man zu dem Schluss, dass Manipulation nicht in dem Maße funktioniert, sodass der Mensch komplett fremdgesteuert umher wandelt. Natürlich ist eine gewisse Normalität und Fremdsteuerung im Alltag ein muss. Nur wie stark werden wir per Knopfdruck ferngesteuert?

Ich sage: Wir sind komplett abhängig und fremdgesteuert! Der Grund liegt auf der Hand. Der Umkreis in dem ein Mensch agiert beläuft sich in einem vorgebenden Schema, was aus gewissen begrenzten Handlungen und Ereignissen besteht. Der Alltag allgemein ist ein infantiles Gebilde aus Monotonie, Oberflächlichkeit und obrigkeitshöriges Handeln, wobei der Begriff Zombie noch zu frugal gewählt ist. Ein fest programmierter Roboter trifft das Ganze hier eher.

Wenn wir früh morgens aufwachen, fängt das sich nicht zu deinstallierende Programm an in unserem Hirn seinen Dienst zu tun. Schritt für Schritt läuft es die jeweiligen einprogrammierten Punkte durch. Jeder Wochentag gleicht dem anderen; jedes Wochenende und jeder Urlaubstag ebenfalls. Es gibt selten eine Ausnahme in der Reihenfolge der abzuarbeitenden Punkte. Niemand kann sich diesem Programm entziehen. Wir alle sind in dieser Endlosschleife gefangen, ohne Hoffnung, diese jemals verlassen zu können. Egal was wir tun, es wurde vorher zeitlich festgelegt.

Wegweiser und Installateure für unsere Handlungen und Ereignisse sind demnach nicht wir selbst, sondern Ideologien, welche einer Religion gleich kommen. Wer dazu religiös im Sinne einer Anbetung agiert und lebt, ist doppelt gefährdet. Hier werden noch mehr Pflichten und Handlungen installiert, die vermehrt die roboterhafte Verhaltensweise verstärkt. Die Anbetung eines Gottes ist zugleich die Hörigkeit gegenüber einer gehobenen Person, weshalb unser gesellschaftliches Handeln und Denken ebenfalls auf diesem Muster von religiösen Schemen aufgebaut ist. Alles muss penibel nach einem bestimmten Zeitplan ablaufen. Wir halten täglich mehrere Riten ab, um gesellschaftlich konform zu funktionieren. Immer und vor jedem Ereignis sind wir bestimmt, uns gesellschaftlich herauszuputzen. Alles muss nach dem Maßstab der ideologischen Korrektheit ablaufen, die uns über Jahre durch ständige Wiederholung eingetrichtert wurde.

Und genau diese eingetrichterten, ideologischen Maßstäbe machen uns zu indoktrinierten Robotern ohne eigenen Willen. Der eigene Wille hat keinen Platz in einer religiösen Doktrin. Wer sich widersetzt, wird ausgestoßen. Wer nicht die Regeln befolgt, ist ein abtrünniger Frevel, der den zahmen ideologischen, sich korrekt verhaltenden Roboter an die Wäsche will. Das brave Bürgertum, was weiterhin täglich die Wiederholungen ihrer Könige in sich aufsaugt, wird auch weiterhin ein Wiedergänger-Dasein inne halten, auch wenn täglich die Phrase verbreitet wird, dass die Zeit für eine Veränderung gekommen ist.

07.05.12

  14:53:00, von schnasti, 727 Wörter  
Kategorien: Meine Meinung, Politik, Gesellschaft

Radikales Europa: Wer radikale Saat sät, erntet radikale Früchte

Nach dem Wahlwochenende in Frankreich und Griechenland, sowie Ausschreitungen zwischen Pro-NRW-Anhängern und Salafisten in Nordrhein-Westfalen, zeigt sich das zunehmende Kokettieren vieler Bürger mit radikalisierenden Gruppen und Parteien. So schreiben es zumindest unsere Lakaien aus Presse und Rundfunk. Der Grund für diese zunehmende Vernebelung, egal welcher Couleur, ist dieselbe, wie bei den etablierten Parteien und ein Anzeichen für den wachsenden Unmut in der Gesellschaft, auch außerhalb von Deutschland.

Frankreich und Griechenland: wählten Franzosen und Griechen wirklich radikal?

Frankreich wählt mit ?51,8 Prozent? François Hollande zum neuen Präsidenten, in Griechenland gewinnen linke sowie rechte Parteien enorm an Zustimmung, wobei die etablierten Parteien, die Nea Dimokratia (ND) mit 21 Prozent und ihre Klüngel-Partei die sozialdemokratisch Pasok mit 14,7 Prozent keine Mehrheit mehr im Griechischen Parlament haben. Nur, was ist der Grund für diese angeblich radikale Stimmung in diesen Ländern?

In Griechenland ernten radikale Saatstreuer genau das, was Sie gesät haben. Spar- und Reformdiktate, die die damalige Regierung durch gewisse Institutionen unmündig durchbringen mussten, sind jetzt natürlich jene, die die Suppe auslöffeln müssen. Radikal sind in ihrer Etablierung von Zielen alle Parteien. Am radikalsten sind aber auch die EU und deren Zugpferde, weshalb diese, egal mit welcher Partei, perfekt zusammenarbeiten werden.

In Frankreich passiert mit der Wahl von Hollande im Grunde gar nichts. Hier wurde nur der nächste Mitläufer gewählt, der weder radikal noch irgendwie anders denkt. Die inszenierten Anfeindungen vor der Wahl zwischen Angela Merkel und Hollande gehören zu der großen inszenierten Show dazu, welche sich Wahl nennt, damit ein Hauch von Individualität und Demokratie entfacht wird. Die Franzosen hatten einfach die Nase voll und es wurde Zeit für eine neues Gesicht, welches Veränderungen ausstrahlt. Obwohl die Verteilung der Stimmen bis jetzt keinen großen Wahlsieg für Hollande voraussagen. Die Zahlen der rechten Front Nationale mit ihrer Vorsitzenden Marine Le Pen sprechen hingegen Bände. Aber auch diese sind nicht radikal, sondern nützlich für die radikalen Großen, wo wir zu den Ausschreitungen zwischen Pro-NRW-Anhängern und Salafisten in NRW kommen.

Pro-NRW vs. Salafisten 1:0

Wenn ideologisch verzerrte Salafisten Korane gratis verteilen, dann fühlen sich ideologisch verkappte Anhänger gewisser Gruppierungen natürlich sofort provoziert und ihr heilig Vaterland in Gefahr. Wer natürlich davon ausgeht, dass ein paar Gratis-Korane die gesamte Menschheit unterjochen und anfangen muss, gewisse vorbestimmte Verhaltensweisen herbeizurufen, ist nicht nur ideologisch gefährlich, sondern noch ideologisch ?intelligent? dazu, was die ganze Situation noch gefährlicher macht. Die Ausschreitungen in NRW, wo Salafisten gewalttätig gegen Polizei und Pro-NRW-Anhänger vorgingen, war ein geplantes Kalkül. Dies war ein simples Reiz-Reaktions-Verhalten, da man wusste, wie Fanatiker auf Mohammed-Karikaturen reagieren. Natürlich ist jetzt die Rede von Meinungsfreiheit, aber darum ging es den Provokanten nicht. Es ging schlicht um das Aufweisen von Schwachstellen einer Religion und deren Vorurteile, was sich nun positiv auf die Pro-NRW-Bewegung auslegen wird, welche nur ihr Recht auf Meinungs- und Demonstrationsrecht ausübte.

Und wenn NRW-Innenminister Ralf Jäger jetzt noch von einem Verbot der Karikaturen spricht, dann hat die Pro-NRW-Bewegung alles erreicht, was sie erreichen wollte. So bekommen diese nicht nur Zustimmung in Form von gewaltbereiten Salafisten, sondern noch in der Form von Zensur durch den Staat, welcher versucht, die Gewalttäter zu schützen und die Aufzeiger zu bestrafen. Auch hier könnte wieder der Satz zutreffen: ?Wer radikale Saat sät, erntet radikale Früchte?.

Der Königsmechanismus

Die Anwendung des Königsmechanismus, bekannt auch unter der Redewendung ?Teile und herrsche?, ist gefährlich. Die Ausübung muss wohl bedacht sein und eine Partei darf nicht zu stark werden, damit sie den Herrschenden nicht gefährlich wird. Im Prinzip ist die Kombination aus Rechts- und Linksruck genau das Prinzip, was sich Königsmechanismus nennt, woraus ebenfalls immer wieder kleine Splitterparteien entstehen, wachsen, blühen und wieder verwelken. Die jeweiligen Bewegungen oder Parteien, die am Anfang oft radikal und andersdenkend daherkommen, sind jedoch abhängig von Regeln und der Regierung, weshalb sie sich entweder anpassen oder verwelken und deshalb niemals gefährlich für die Herrschenden werden können. Anhänger dieser Gruppierungen springen von Partei zu Partei, obwohl sich trotzdem niemals etwas ändern wird.

Ausschreitungen mit Gewalt und dessen fanatischem Hintergrund zwischen zwei Gruppen stellen durch Regierungshandlungen entstandene Probleme in den Schatten. Eine zunehmende Krise bedeutet demnach auch eine zunehmende Radikalisierung, die nützlich für die Regierenden sein kann, aber nicht muss. Fortlaufender Unmut braucht mehr und mehr Schuldige, die für Probleme und Sorgen verantwortlich gemacht werden, was Hass und Gewalt immer weiter fördert. Ausufern wird dieser nicht. Und wenn doch, dann hat der Königsmechanismus versagt und es herrscht Krieg. Dann hat jedoch selbst der König ein Problem.

30.04.12

  18:12:00, von schnasti, 289 Wörter  
Kategorien: Satire, Vielleicht Unsinn, Gesellschaft

Vielleicht ist ja der Dumme der Schlaue und der Schlaue der Dumme?

Was sagte einst Erich Fromm in einem Interview: ?Der Kranke ist der Gesündeste und der Gesunde der Kränkste?

Dieser Satz münzt meines Erachtens auf eine kritische Haltung im Umgang mit diversen gesellschaftlichen sowie politischen Vorgaben in Form von geradlinigen Zwangshaltungen, um gewisse Muss-Bedingungen zu schaffen, die wiederum ein gesellschaftliches Leben in dieser Form wie wir es jetzt vorfinden unbedingt benötigt. Diese Muss-Bedingungen gehen einher mit gewissen Doktrinen, eine unabdingbare Routine, die gewisse Haltungen und Denkmuster nicht zulässt, weil diese angeblich nicht normal, gesellschaftlich sowie politisch korrekt und allenfalls gefährlich für benötige Eigenschaften der Systemwahrung sind.

Auf diese Muss-Bedingungen und Muss-Aktionen wird der Mensch so früh wie möglich angepasst. Diese Anpassung ist ebenfalls eine Muss-Bedingung, weil ohne einem angepassten Menschen das vorgehaltene Muss-System nicht funktioniert. Es werden Ampeln installiert, welche wegweisend fungieren und dem Menschen sagen, was er darf und wie er dieses Dürfen zu bewerkstelligen hat. Er ist ein willenloser, in einer Welt voller Vorschriften gefangener, infantiler Intelligenzbolzen, der indoktriniert systemrelevant schlau agiert. Das schädliche Denken und die ebenfalls schädliche Haltung gegenüber der Systemrelevanz wird ausgeblendet und der dumme Mensch agiert und reagiert auf diese überhaupt nicht. Allenfalls ist diese durch einen Reiz der Systemrelevanz entstandene Reaktion ein unabdingbares Nebenprodukt des wahrhaftigen Messias.

So kann man eigentlich seine subjektiven Schlüsse daraus ziehen und den systemrelevanten Kranken als schlau bezeichnen und den systemrelevanten Gesunden als dumm. Wenn ein Haupt- Real- oder Gymnasialschüler sich der Systemrelevanz unterordnet, sich für die Langeweile und Monotonie entscheidet, dann ist dieser als dumm-schlau anzusehen. Wenn einer dieser Schüler sich aber für Kreativität und Abwechselung im Leben entscheidet, dadurch jedoch auf Ablehnung und Zurückhaltung stößt, weil eben dabei nicht das gewünschte Produkt und dessen Standarteigenschaften der Indoktrinierten entsteht, dann ist dieser Mensch nur als schlau anzusehen.

26.04.12

  16:59:00, von schnasti, 1158 Wörter  
Kategorien: Vielleicht Unsinn, Google

Die Google-Verschwörung gegen SEO - Wenn Google Gott spielt

Ein sogenanntes ?Google-Quality-Update?, welches den Algorithmus der Ausgabe von Suchergebnissen in der Google-Suchmaschine auf Qualität optimieren soll, hat am 25.04 2012 die SEO-Welt (SEO = Search Engine Optimizer) erschüttert. In vielen themenbezogenen Foren laufen die thematischen Beiträge heiß, wobei oft die Wörter ?Monopol? und ?Existenzzerstörer? fallen. Doch ist das wirklich so; hat Google diese Macht wirklich?

Der böse Suchmaschinenoptimierer

Dazu möchte ich am Anfang die Leute in die Materie einführen, die gar nichts mit dem Thema anfangen können. Ein SEO, zu Deutsch: ein Suchmaschinenoptimierer, nutzt die Vorgaben, oder besser gesagt die Kriterien, welche nötig sind, um mit einer Webseite in der Google-Suchmaschine die ersten Plätze einzunehmen. Ein großes Kriterium ist bis heute die Verlinkung von anderen Seiten auf das eigene Webprojekt. Ein Link von einer Seite zu deiner eigenen Webpage gilt demnach wie ein Empfehlung. Um so mehr Empfehlungen (eingehende Links) eine Seite hat, desto höher steigt diese im Ranking der Auflistung in den Suchergebnissen. (Dies ist nur ein Beispiel von vielen weiteren Kriterien! Es dient nur zu Veranschaulichung des besagten Themas.)

Nach diesem Konstrukt entstehen noch heute die durch einen Algorithmus ausgegeben Serps (Suchergebnisse). Derjenige, der dieses Wissen nun besitzt und weiß, dass sich eingehende Links positiv auf das Ranking seiner Webseite auswirken, wird daher versuchen, seine Webseite irgendwie und so viel wie möglich zu verlinken. Denn wie erwähnt gilt ja die Devise: ?Umso mehr, desto besser das Ranking!?. Dies kann beispielsweise durch Linktausch, Linkkauf oder durch das Setzen von Links in Blogkommentaren geschehen. Diese Art und Weise, welche lange kein Verstoß gegen gewisse Richtlinien von Google verstoßen hatte oder angemahnt wurde, wurde nach und nach mit diversen Quality-Updates abgestraft. Eben solch ein Update erschütterte gestern das Web und traf viele Seitenbetreiber mit voller Wucht. Welche Veränderungen genau vorgenommen wurden, gibt Google nicht bekannt. Doch der Vorwurf der Marktübermacht und der Existenzzerstörung ist nicht unbegründet, egal welche Änderungen vorgenommen wurden.

Die Google-Macht

Wenn nun in diesem Bereich von einer Existenzzerstörung die Rede ist, dann dreht es sich hauptsächlich um den Einbruch der Besucherströme über eine Suchmaschine, in diesem Fall natürlich die Google-Suchmaschine und den damit zusammenhängenden Absturz der Einnahmen durch gewisse Werbeprogramme. Wir erinnern uns: ?Umso mehr Links, desto besser das Ranking? - folglich ist ein besseres Ranking relevant für mehr Besucher; je mehr Besucher, desto mehr Einnahmen durch Werbepartner. Und hier greift die Marktmacht von Google doppelt und dreifach. Zum einen durch das Partnernetzwerk Google Adsense; ein Werbenetzwerk, was unangefochten das beste und lukrativste seiner Art darstellt, wobei hier davon ausgegangen werden muss, dass dies nur der Fall ist, weil die Google-Suchmaschine in ihrer Nutzung ebenfalls unangefochten den Markt dominiert. Durch diesen knapp 90 prozentigen Marktanteil auf diesem Gebiet ist der Webseitenbetreiber geradezu dazu gezwungen, seine Webseite, sollte er damit auf irgendeine Art Geld verdienen wollen, nach diesen Richtlinien auszurichten, weil er schlicht gar keine andere Wahl hat und ihm sonst die Konkurrenz meilenweit davon fährt. Auch der Umstieg auf eine andere Suchmaschine ist schlicht kontraproduktiv, da die nötigen Besucherzahlen fehlen. Einen Blick auf diese Grafik genügt, um zu sehen, wer hier das Sagen hat.

Suchmaschinennutzung Anteile

Zum anderen, und aufbauend auf den vorhergehenden Absatz, bezieht sich die Existenzhaltung vieler kleiner Unternehmer durch die Vorgabe der Bewertungsgrundlagen einer Webseite und dessen Positionierung in den Serps. Erst werden gezielt Maßnahmen implizit vorgegeben und vermittelt, dann wiederum zurück genommen. Das ist ähnlich wie, wenn ein Friseur seiner besten Kundin gerade die Haare geschnitten hat und diese plötzlich meint, was für ein beschissener Friseur er eigentlich ist. Nach zehnjähriger Treue sieht der Friseur diese Kundin nie wieder, obwohl Sie immer qualitativ denselben Haarschnitt verpasst bekommen hat. Das Kuriose daran war außerdem, dass der Friseur von Mal zu Mal mehr Trinkgeld bekam, also sozusagen ein Lob in Form von Geldleistungen. Klar, wer qualitativ minderwertige Arbeit abliefert, erhält keine Gehaltserhöhung, sondern eher einen Dämpfer. Nur, und das ist der große Unterschied, der Dämpfer geschieht in Form von Kritik oder einer Abmahnung, für die ein Grund angegeben werden muss. Das Problem der Google-Macht ist die, dass deren "Angestellte" keine Rechte besitzen. Regeln werden vielleicht willkürlich nach Rendite ausgerichtet, womöglich gar nicht erst in die Öffentlichkeit getragen. Regeln werden für Großkonzerne geschrieben und als Qualitätsrichtlinien ausgegeben. Auf den Großteil der Blogs schreibt nun mal kein Journalist, sondern nur ein kleiner dummer Privatmensch, der von qualitativ hochwertiger Textverfassung keine Ahnung hat, weshalb Konzern-Brands einfach so die vorderen Plätze inne halten.

Die Google-Verschwörung

Man muss sich nun als kleiner Schreiberling oder SEO der Kunden betreut nur fragen: Wem nutzt es? Kann es vielleicht sein, dass die Richtlinien zu simpel waren und die Konkurrenz für Konzerne, und selbst für den Richtlinienausgeber, zu viel an Fahrt aufnahmen? Überall in der SEO-Szene ließt man, dass minderwertiges Link-Building und minderwertige Qualität der Seiten im allgemeinen der Grund für die Abwertungen sei. Niemand kommt auf den Gedanken, dass SEO und Afiliate-Marketing in Konkurrenz zu großen Unternehmen und zu Google selbst stehen. Immer wieder ist hier auch auf das sogenannte geforderte Leistungsschutzrecht für Presseverleger hinzuweisen. Medienkonzerne schimpfen, wie viele kleine Unternehmer jetzt, schon lange über die Marktmacht von Google. Rupert Murdoch und Mathias Döpfner, ebenfalls marktmächtige Personen, zerreißen sich schon lange die Münder über diese Monopolstellung und fordern von unserer Bundeskanzlerin das erwähnte Leistungsschutzrecht, was die Nutzung von Texten aus Presseorganen kostenpflichtig machen soll. Offen fordern diese Herren gar eine Festsetzung ihrer Erzeugnisse auf den ersten Positionen in den Suchergebnissen von Google, was merkwürdigerweise einen Punkt der neuen "Qualitätsrichtlinien" ziemlich nahe kommt. Nur geht es diesen Herren nicht um ihre Existenz, sondern um Rendite, weshalb ich der Meinung bin, dass diese "Quality-Updates", welche in gewissen Abständen greifen und immer mehr kleine Unternehmen in den Abgrund reißen, reine unwillkürliche Säuberungsaktionen darstellen. Die Konkurrenz in Form von optimierten Seiten nimmt einfach überhand, weshalb denen der Lebenssaft, sozusagen die alten Richtlinien, welche jahrelang gut funktionierten, entzogen werden.

Deshalb ist auch kein wirkliches Muster in der Aussortierung erkennbar. Es soll ganz einfach keine wirklichen Richtlinien geben. Die Suchergebnisse werden bald in bestimmten Bereichen auf den ersten Seiten nicht mehr untereinander konkurrieren, sondern starr festgesetzt oder untereinander aufgeteilt werden. Dazu dienen die jetzt vorgegaukelten Richtlinien, an die sich kein kleiner Seitenbetreiber halten kann, weil er gar nicht weiß, was er überhaupt tun soll. Immer ist die Rede von Qualität. Nur welche Qualität ist gemeint? Mehrwert für den Besucher scheint hier wohl die Antwort auf diese Frage zu sein. Wenn das so ist, dann kann Google selbst dicht machen. Mehrwert sieht der Suchende seit dem Panda-Update schon lange nicht mehr. Wie oft hört man aus dem Bekannten- und Freundeskreis, dass das Suchen bei Google mehr und mehr einer Glaskugel ähnelt. Große Brands brauchen nur kurz ein Key in irgendeinem nicht-relevanten Text aufgegriffen haben und schon sind diese auf den vordersten Plätzen, wenn nicht auf Position eins, vorhanden. So etwas ist kein Mehrwert, sondern schlichte Monopolbildung mit Ausübung von Marktmacht auf kleine Unternehmer. Mehrwert für den User ist auszuschließen. Mehrwert in Form von Kapitalvermehrung der Großkonzerne und Google selbst kommt hier schon näher und ist bei einem Marktanteil von knapp 90 Prozent sogar verständlich.

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